Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Logistikhalle: Kurze Wege für Produzenten und Händler

Die neue Kühlhalle hat eine Fläche von 17.500 Quadratmeter.
Die neue Kühlhalle hat eine Fläche von 17.500 Quadratmeter.

Im Frühjahr 2026 wird die Frischeplattform Südwest, Teil der Gemüsering-Gruppe, eine neue Kühlhalle auf dem einstigen Obi-Gelände in Betrieb nehmen. Das ist geplant.

Nun fand im Kreis geladener Gäste die Grundsteinlegung statt. Bauherr ist die Firma DFI Real Estate mit Sitz in Düsseldorf. DFI steht für Driving Future Innovation. Das Unternehmen errichtet auf dem fast 30.000 Quadratmeter großen Grundstück eine Kühlhalle, die alleine 17.500 Quadratmeter beanspruchen wird. Etwa 1000 Quadratmeter werden als Büroflächen gestaltet. Eigentümer des Gebäudes wird ein Fonds der Joint-Venture-Partner Sicore Real Assets und DFI Real Estate. Initiiert wurde das Projekt im Rahmen einer Kooperation zwischen DFI Real Estate und der Baron Equity GmbH. Als Generalunternehmer ist die Firma Bremer aus Stuttgart mit der Ausführung vertraut.

Bei der Grundsteinlegung, während der die Bauarbeiten unvermindert weitergingen, verwies Reinhard Hahn, Geschäftsführer der DFI Real Estate, auf die Entstehungsgeschichte. Man habe schon einige Probleme lösen müssen, um eine Baugenehmigung zu erhalten. Dabei sei die Zusammenarbeit mit der Stadt und den Behörden stets sehr gut gewesen, so Hahn. Seine Firma setze beim Bau der Lagerhalle auf eine Drei-Säulen-Strategie mit dem Fokus auf Architektur, Digitalisierung und Ökologie. Die Lagerhalle sei gut über die nahe Autobahn A 65 zu erreichen.

Bei Obst und Gemüse zählt jede Stunde

Wie Hahn erklärte, ermöglicht eine geplante Photovoltaikanlage mit einer Leistung von etwa zwei Megawatt Peak eine nachhaltige Energieversorgung, Betriebsnebenkosten würden so reduziert. Das anfallende Oberflächenwasser soll auf dem Gelände versickern und so die Kanalisation nicht belasten. Zusätzlich zu Ausgleichsflächen für den Artenschutz wird auf dem Areal ein Schutzstreifen für Tiere und Pflanzen angelegt. Hinzu kommen begrünte Fassaden- und Dachflächen sowie eine begrünte Schallschutzwand. Immerhin 25 Verladetore deuten an, dass der Lkw-Verkehr deutlich zunehmen wird. Auch deshalb muss die Zufahrt zum Gewerbegebiet Horst ausgebaut werden.

Auch für den Gemüsering Südwest sei die Grundsteinlegung in Kandel ein besonderer Tag, betonte Geschäftsführer Martin Ahrens. Man wolle frisches und regionales Obst und Gemüse zu besten Bedingungen bereitstellen, dabei zähle jede Stunde. Kurze Wege seien für Produzenten und Händler ganz entscheidend. Dem Vernehmen nach soll es sich bei dem von Kandel aus zu beliefernden Kunden um Aldi Süd handeln.

Betrieb startet im ersten Quartal 2026

Stadtbürgermeister Michael Gaudier (CDU) erinnerte an die nicht ganz einfache Vorgeschichte des Bauprojekts und daran, dass viele Bürgerinnen und Bürger aus Kandel und der Umgebung dem Baumarkt Obi nachgetrauert hätten. Jahre des Leerstandes seien nicht gut gewesen, so Gaudier. Die Ankündigung, ein weiteres Logistik-Unternehmen interessiere sich für die Fläche im Gewerbegebiet Horstgelände, sei nicht bei allen gut angekommen. Schließlich habe die Stadt das Vorhaben aber unterstützt – auch weil damit die Schaffung von mehr als 100 Arbeitsplätzen verbunden sei. Mit Blick auf den Lkw-Verkehr erklärte der Stadtbürgermeister, ohne Lastwagen funktioniere die Wirtschaft nun einmal nicht.

Im ersten Quartal 2026 soll die Arbeit im neuen Verteilzentrum aufgenommen werden, was auch Wilhelm Bremer vom Generalunternehmer bestätigte. Er zeigte sich erfreut darüber, mit der Grundsteinlegung einer schönen Tradition im Baugewerbe zu folgen. In der Zeitkapsel, die in den Grundstein versenkt und fachmännisch mit Beton bedeckt wurde, befinden sich nicht nur einige Zeitdokumente und Geldmünzen, sondern auch die Ausgabe der RHEINPFALZ vom Mittwoch.

In der versenkten Zeitkapsel befinden sich Zeitdokumente, Geldmünzen und eine RHEINPFALZ-Ausgabe.
In der versenkten Zeitkapsel befinden sich Zeitdokumente, Geldmünzen und eine RHEINPFALZ-Ausgabe.
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