Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Blitzer: Im Wörther Trog steht die Welt auf dem Kopf

Im Wörther Trog gilt ein Tempolimit.
Im Wörther Trog gilt ein Tempolimit.

Der Verkehr scheint seit einigen Jahren auf den Straßen ruhiger geworden zu sein, auf der Autobahn wird viel weniger gedrängelt, so der subjektive Eindruck.

Manchmal fällt es schwer, eine eindeutige Meinung zu haben. Einerseits: Der Wörther Trog ist gefährlicher Ort, auch wenn die Kollisionen von Lkw und Pkw meist sehr glimpflich enden. Dort Raser zu bremsen, kann nicht falsch sein.

Andererseits: Die Unfallzahlen zeigen, dass der Effekt der Radarfallen eher umgekehrt ist. Nachdem sie aufgestellt wurden, sind die Unfallzahlen weiter gestiegen, seit sie ausgeschaltet wurden, sind sie gesunken.

Und es ist eigentlich noch komplizierter: So haben zum Beispiel auch die ausgeschalteten Anlagen weiter einen bremsenden Effekt, weil viele Autofahrer ja nicht wissen, dass sie ausgeschaltet sind ...

Es scheint, als stünde die Welt im Wörther Trog auf dem Kopf. Aber vielleicht liegt die Lösung des Rätsels ja auch ganz woanders: In den Köpfen vieler Autofahrer. Denn der Verkehr scheint seit einigen Jahren auf den Straßen insgesamt ruhiger geworden zu sein, auf der Autobahn wird beispielsweise viel weniger gedrängelt, so der subjektive Eindruck.

Mögliche Gründe dafür gibt es viele: das Durchschnittsalter der Fahrer steigt, Corona hat viele über den Wert der Gesundheit nachdenken lassen, die Sorge um die Folgen des Schadstoff-Austoßes wächst mit fast jedem Wetterbericht – und billiger ist langsamer fahren sowieso.

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