Germersheim Nachruf: Mit Horst Rieder stirbt ein engagierter CDU-Politiker

Horst Rieder im Jahr 2021.
Horst Rieder im Jahr 2021.

Horst Rieder ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Als „Zugezogener“ hat er sich früh eingemischt und mitgestaltet. Erreichtes nahm er nie für sich alleine in Anspruch.

[Aktualisierung 13. August 2025, 17.30 Uhr] Wer Horst Rieder zielstrebig durch die Straßen der Stadt gehen sah, konnte sicher sein, dass das Stadthaus meist sein Ziel war. In der Hand trug der CDU-Politiker oft eine Tasche oder Mappe – stets auf dem Weg, um ein Anliegen möglichst schnell zu klären. Zeit war für Horst Rieder immer ein knappes Gut.

70 Jahre CDU in Germersheim. Laudator Horst Rieder hatte 2015 viele Geschichten zu erzählen.
70 Jahre CDU in Germersheim. Laudator Horst Rieder hatte 2015 viele Geschichten zu erzählen.

Der gebürtige Herxheimer trat 1957 in die Bundeswehr ein und war der letzte Leiter der ehemaligen Standortverwaltung Speyer bis zu deren Auflösung im Zuge der deutschen Wiedervereinigung. Er wurde anschließend als Beamter im gehobenen Verwaltungsdienst tätig und Ende der 1960er Jahre von Speyer nach Germersheim versetzt. Der Umzug mit seiner Familie folgte prompt, und Rieder brachte sich bald aktiv in die Diskussion um die Eingemeindung Sondernheims ein. Wie er in einem früheren Bericht der RHEINPFALZ erzählte, habe er früh die Vorteile einer Eingemeindung erkannt und in der Gemeinde dafür geworben. Diese Haltung veranlasste den geschäftsführenden Beamten der Sondernheimer Gemeindeverwaltung bei einer Sitzung des Gemeinderats zu der Bemerkung: „Jetzt wollen schon Zugezogene mitreden.“

„Das war auch ein Grund dafür, mich kommunalpolitisch zu engagieren“, erklärte Rieder später. 1970 trat er der CDU bei, und bereits zwei Jahre später wurde der „Wahl-Sondernheimer“ zum dritten Beigeordneten der Stadt unter Bürgermeister Siegfried Jantzer gewählt. 1974 übernahm er das Amt des Ortsvorstehers von Sondernheim, das er bis 1994 innehatte. Gleichzeitig war er bis zu diesem Jahr auch Mitglied des Stadtrats.

2014 erhielt Horst Rieder die Rudolf-von-Habsburg-Plakette der Stadt Germersheim.
2014 erhielt Horst Rieder die Rudolf-von-Habsburg-Plakette der Stadt Germersheim.

Mit 57 Jahren ging Rieder in den Ruhestand, auch politisch wollte er kürzer treten, um jüngeren Kräften Platz zu machen. Doch die Kommunalpolitik ließ ihn nicht los: 1999 kandidierte er erneut und wurde bis 2014 wieder in den Stadtrat gewählt. Auch danach blieb er seiner Partei treu – als engagiertes Mitglied und Berater, der sich unter anderem um die Chronik der CDU kümmerte.

30 Jahre Stadt- und Ortsbeirat. 2014 war es Horst Rieder genug. Dennoch blieb er informiert und engagiert – auch in Ausschüssen.
30 Jahre Stadt- und Ortsbeirat. 2014 war es Horst Rieder genug. Dennoch blieb er informiert und engagiert – auch in Ausschüssen.

Über zwei Jahrzehnte lang leitete Horst Rieder den Ortsverband Sondernheim des Sozialverbands VdK, war im Vorstand des Kinderschutzbundes aktiv und Mitglied in rund 30 Vereinen. Für sein vielfältiges Engagement wurde er unter anderem mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz, dem Ehrenring des CDU-Stadtverbands und der Rudolf-von-Habsburg-Plakette der Stadt Germersheim ausgezeichnet. Bürgermeister Marcus Schaile (CDU) würdigte bei der Verleihung der Plakette 2014 Rieders Arbeit als geprägt von „Hartnäckigkeit, Ausdauer, Akribie und einem konstruktiv-kritischen Geist“. Dabei war Rieder stets bewusst: „Man erreicht selten etwas allein, überall braucht man Helfer und Unterstützung anderer.“ 1937 in Herxheim geboren, sagte Horst Rieder zu seinem 80. Geburtstag, es falle ihm schwer, keine Ämter mehr zu übernehmen. Drei Jahre hielt er durch – bis er 2020 Mitbegründer der Seniorenunion Germersheim wurde und das Amt des Schriftführers übernahm. Sein Lebensmotto lautete stets: „Du kannst nicht nur meckern, du musst was tun!“

Am vergangenen Dienstag, 5. August, ist Horst Rieder friedlich in seinem Sessel eingeschlafen, wie sein Sohn Martin sagt. Beerdigt wird der langjährige Ortsvorsteher am Mittwoch, 20. August, um 14 Uhr auf dem Sondernheimer Friedhof. Das erste Sterbeamt findet am Samstag, 23. August, um 18.30 Uhr in St. Johannes der Täufer in Sondernheim statt.

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