Wörth / Karlsruhe RHEINPFALZ Plus Artikel Nach dem Zugunfall: Busverkehr läuft nicht reibungslos

Reger Busverkehr vor dem Wörther Bahnhof.
Reger Busverkehr vor dem Wörther Bahnhof.

Am Mittwochabend hat ein Zug im Bahnhof Wörth einen Container verloren, nachdem er wohl durch eine zu früh gestellte Weiche aus der Spur geriet. Seitdem fahren keine Bahnen zwischen Wörth und Karlsruhe mehr. Für viele Fahrgäste heißt es also: Umsteigen in den Schienenersatzverkehr. Die RHEINPFALZ ist am Wochenende Bus gefahren. Dabei war die Stimmung nicht immer gut.

Seit am Mittwoch ein Zug entgleist ist, rollen immer mehr Ersatzbusse. Als der Regionalexpress am Sonntag um 11.44 Uhr pünktlich Wörth erreicht, warten an der Bushaltestelle bereits drei Busse zur Weiterfahrt. Auf dem ersten steht „Wörth“ – dieser Zug bringt Fahrgäste in Richtung Dorschberg, denn auch innerhalb von Wörth fährt die Stadtbahn nicht. Der zweite Bus hat sein Ziel auf einem kleinen Schild am Fenster stehen: „Rheinbergstraße“. „Fahren Sie nach Karlsruhe?“

Die Auskunft, dass er zur Rheinbergstraße in Karlsruhe fährt, reicht für die ältere Dame als Anlass ihren schweren Reisekoffer hineinzuhieven. Eine andere Reisende macht sie drauf aufmerksam, dass der Bus nicht zum Hauptbahnhof fährt. Also geht es wieder hinaus. Der Fahrer des dritten Busses bestätigt, dass er zum Karlsruher Hauptbahnhof unterwegs ist – hier steigen die meisten Fahrgäste aus dem Zug ein. Nur wenige Minuten später geht es los. Erste skeptische Blicke gibt es, als der Bus nach Maximiliansau abbiegt und an der Haltestelle West hält.

Zwischenstopps sorgen für Kritik

Der Regionalexpress fährt normalerweise ohne Zwischenhalt durch. Als der Fahrer kurz darauf auch noch in Knielingen ’raus fährt, haken die ersten Fahrgäste nach. Er habe seine Vorgaben, so der Fahrer – der Bus fahre immer so. Eine Frau weist darauf hin, dass der Bus am Freitag nicht durch Knielingen gefahren sei. Andere Fahrgäste fragen nach, beklagen dass sie ihren Anschlusszug wohl nicht erwischen. Die Stimmung heizt sich auf. „Dann kaufen Sie sich ein Auto!“, ruft der Fahrer sichtlich genervt. „Dann hätten Sie doch den Express-Bus genommen“, schiebt er nach. Doch dass es einen solchen gegeben hätte, darüber wurde vor Ort am Wörther Bahnhof nicht informiert.

Nach der Rheinbergstraße gibt es keinen Zwischenhalt mehr. In Karlsruhe hält der Bus am Südeingang des Bahnhofes. Gut für alle, die zu einer hohen Gleisnummer müssen. Zusätzlicher Laufaufwand für alle anderen, auch für Umsteiger zur Straßenbahn. Die ältere Dame ist guter Dinge, dass sie ihren Zug in Richtung Bonn noch bekommt. Für eine Frau, die ein Ziel in Österreich hat, ist der Zug abgefahren. Reisende Richtung Stuttgart oder Basel müssen den nächsten Zug nehmen. Hektisch wird auf dem Handy nach Verbindungen gesucht.

Ein Bus nach dem anderen

Der Ersatzverkehr für die Stadtbahnen läuft augenscheinlich gut. Ein Bus nach dem anderen biegt am Freitagabend am Wörther Bahnhof ein oder fährt ab. Aber auch hier haben die Fahrgäste viele Fragen. „Sie fahren Karlsruhe?“, fragt ein junger Mann in gebrochenem Deutsch am Bahnhof Wörth. Der Fahrer informiert, dass er zur Rheinbergstraße fährt. Der junge Mann kann damit nichts anfangen: „Karlsruhe?“, fragt er erneut. Ob er zum Hauptbahnhof müsse oder in die Innenstadt, fragen andere Fahrgäste. Erneut kommt nur „nach Karlsruhe“. Also soll er einsteigen. An der Rheinbergstraße geht es in die bereitstehende S5. „Wann fährt der letzte Bus zurück nach Wörth?“, wollen ein paar junge Leute wissen. Zufrieden stürzen sie sich in den Abend und in die Nacht.

Sehr gut besetzt ist ein Bus der am späten Samstagabend von der Rheinbergstraße über Maximiliansau nach Wörth fährt. Groß gefragt wird hier nicht. Kurz vor dem Bahnhof Wörth sehen die Fahrgäste links die Stelle, an der Tage davor der Unfall passierte.

Der Bus fährt zur Rheinbergstraße, hält aber nicht am Bahnhof. Das sorgt manchmal für Verwirrtung.
Der Bus fährt zur Rheinbergstraße, hält aber nicht am Bahnhof. Das sorgt manchmal für Verwirrtung.
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