Nachgehakt RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Amokalarm gilt es Probleme zu lösen

Mehrere Straßen im Umfeld der Berufsbildenden Schule waren während des Amokalarms vergangenen Freitag gesperrt.
Mehrere Straßen im Umfeld der Berufsbildenden Schule waren während des Amokalarms vergangenen Freitag gesperrt.

Womöglich war es ein schlechter Schülerscherz, wodurch der Amokalarm am Freitagvormittag ausgelöst wurde. Jetzt ermittelt die Kripo. Doch es gibt ein Bedürfnis, über das geredet werden muss.

Keine Geiselnahme und keine Verletzten – das war die positive Nachricht am vergangenen Freitagmittag in Germersheim. Doch der Amokalarm an der Berufsbildenden Schule (BBS) zerrte an so manchen Nerven. Denn einige Menschen verbreiteten in sozialen Netzwerken, dass es Verletzte und eine Geiselnahme gegeben habe.

Davon beeindrucken ließen sich die im Einsatz befindlichen Polizisten nicht. Das Terrain war ihnen bekannt, denn die Germersheimer Polizistinnen und Polizisten hatten in diesem Gebäude einen solchen Fall schon einmal geübt. Während über die Mittagszeit der Einsatz lief, informierten die Polizisten in der Schule ständig die Einsatzleitung über den Fortschritt der Durchsuchung. Sämtliche Räume in dem Gebäude wurden Stockwerk für Stockwerk durchgesehen und gesichert. Stefan Müller, Leiter der Germersheimer Polizeiinspektion, sagte nun im Nachgang, dass aus Sicht der Polizei der „Einsatz reibungslos verlaufen“ sei. Über die Ergebnisse der Spurensicherung am Tatort, also wo der Alarm ausgelöst wurde, habe er keine Kenntnisse. Kripo und Staatsanwaltschaft haben den „Vorgang übernommen“.

Polizei beendet Einsatz

Der Polizeieinsatz war zuende, doch noch immer hörte man im Eingangsbereich der BBS die Durchsage, dass es „eine ernste Lage“ in der Schule gebe und das Gebäude nicht betreten werden soll. „Die Polizei löst den Einsatz auf“, sagt Alexander Ott, Leiter der BBS. Erst dann dürfe die Durchsage ausgeschaltet werden. Er selbst sei am Freitag am BBS-Standort Wörth gewesen und dort telefonisch über den Alarm informiert worden. „Ich habe dann gleich bei der Polizei angerufen“, erinnert sich Ott am Mittwoch. Der stellvertretende Schulleiter sei im Sekretariat gewesen und bei ihm seien die Informationen zusammen gelaufen. Warum ein Lehrer frühzeitig seinen Unterricht beendet, die Schüler somit vorzeitig in der Pause waren, wisse er noch nicht. Ein Gespräch mit dem Lehrer sei anberaumt.

Infos auf Homepage

Da der Amokalarm direkt nach der 11-Uhr-Pause ausgelöst worden war, waren schon viele Schüler in den Fluren unterwegs. Diese wurden Ott zufolge von den Lehrern umgehend in die Klassenräume zurückbeordert. Das hat seinen Informationen zufolge „gut geklappt“. Die Schülerinnen und Schüler müssen dann so lange in den Räumen bleiben, bis die Polizei den Einsatz aufhebt, „es keine Gefahr mehr gibt“, sagt Ott. Ein Problemfeld wurde schon ausgemacht: Da es zunächst nur spärliche Informationen gab, beziehungsweise gar keine von Seiten der Schule, gab es Platz für Falschmeldungen. Es sei verständlich, dass Eltern wissen wollen, wie es um ihre Kinder steht. Also wird die Schule „in so einem Fall künftig direkt auf der Homepage informieren“, kündigt der Schulleiter als erste Maßnahme an. „Der Vorteil ist, dass die Homepage von mehreren Standorten aus bearbeitet werden kann.“

Schulpsychologin war vor Ort

Für ein weiteres Problem gebe es bisher allerdings noch keine Lösung. Die Schüler seien bis zu drei Stunden in einem Raum gewesen. Da drücke vielleicht die Blase, auch aus Nervosität. Aber auf die Toilette gehen, sei nicht möglich. Bei einer Besprechung „zusammen mit Kreisverwaltung und Polizei werde man über diese und andere Themen“ sprechen, so Ott. Dankbar sei er gewesen, weil die Schulpsychologin und die psychosoziale Notfallversorgung des DRK vor Ort waren. Doch haben die Schüler nach drei Stunden nur noch aus dem Gebäude gewollt.

Lob gab es von Heiner Butz vom DRK, der für den psychosozialen Dienst vor Ort war. Sämtliche Schüler hätten von der Schule umgehend Kontaktdaten erhalten, so dass jeder Schüler oder jede Schülerin die Möglichkeit gehabt habe, „bei Bedarf Hilfe zu erhalten“. Bis zum Mittwochmorgen habe es bislang nur eine Anfrage geben. Es zeigt sich, so Butz, der viel Erfahrung in diesem Bereich mitbringt, dass die Schüler der BBS älter seien, schon Heranwachsende. Butz versichert, dass wenn jemand Hilfe benötigt, er noch am „gleichen Tag ein Entlastungsgespräch“ erhalte.

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