Kommentar Mehr Zuwanderung wagen

Noch ist es bei uns nicht ganz so weit: 2015 wurden in Bayern Notunterkünfte für Flüchtlinge vorbereitet.
Noch ist es bei uns nicht ganz so weit: 2015 wurden in Bayern Notunterkünfte für Flüchtlinge vorbereitet.

Auch wenn es paradox klingt: Die dauerhafte Lösung für die Wohnungsnot ist Zuwanderung.

Man darf sich keine Illusionen machen: Wenn eine Gemeinde Wohnungen für Flüchtlinge anmietet, dann hat das einen Verdrängungseffekt. Schließlich bietet eine Kommune beste Konditionen und übernimmt – wie jetzt Wörth – alle Risiken des Vermieters. Menschen mit geringem Einkommen können da nicht mithalten. Wer jetzt Schwache gegen Schwache ausspielen will, Geringverdiener gegen Flüchtlingen, vergrößert die Probleme aber nur. Die dauerhafte Lösung des Dilemmas lautet nämlich: Zuwanderung.

Denn ob mit oder ohne Flüchtlinge: Wir brauchen mehr Wohnungen. Und zwar vor allem Mietwohnungen in Mehrfamilien- und Hochhäusern. Private Bauträger tun sich da mit der Finanzierung oft schwer, der Staat muss über den sozialen Wohnungsbau helfen. Die Kommunen können mit der Gründung von Wohnbau-Genossenschaften das ihrige tun.

Das kostet natürlich Geld. Damit die Geldquellen sprudeln – höhere Erbschafts- und Vermögenssteuern alleine werden kaum reichen – muss die Wirtschaft brummen. Das würden viele kleine und mittlere Betriebe auch gerne: wenn sie Fachkräfte hätten. Und damit schließt sich der Kreis. Entweder Deutschland wird wie schon manchmal in der Vergangenheit ein Einwanderungsland oder es schafft sich ab.

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