Kommentar Maikäfer-Suppe ist keine Lösung

Vielleicht finden sich für den Maikäfer doch noch natürliche Feinde.
Vielleicht finden sich für den Maikäfer doch noch natürliche Feinde.

Weil der Einsatz von Insektengiften nicht zur Diskussion steht, bleibt nur der Weg, den das Forstamt einschlägt: Beobachten und Hoffen.

Die in Flugjahren immer wieder gern zitierte Maikäfer-Suppe wäre wahrscheinlich keine Lösung: Sie soll zwar ähnlich wie Krebssuppe schmecken, aber pro Portion braucht man nur 30 Tiere. Schon aus den 1,75 Millionen Maikäfern, die 1847 in Schleswig-Holstein in einem 66-Hektar-Wald gefangen wurden, ließen sich knapp 60.000 Portionen Suppe bereiten. Im Bienwald sind rund 6000 Hektar befallen, bei gleicher Befalldichte wären etwa 5,5 Millionen Portionen Suppe drin. Wer mag die schon auslöffeln ....

Weil der Einsatz von Insektengiften auch nicht zur Diskussion steht, bleibt nur der Weg, den das Forstamt einschlägt: Beobachten und hoffen, dass die Natur irgendwann ein Gleichgewicht findet. Auf dem Weg dort hin kann der Mensch den Wald dann vielleicht unterstützen.

Interessant ist vielleicht auch ein Blick in die Vergangenheit: Der Maikäfer ist seit dem Mittelalter in der Region heimisch, und war nach dem Einsatz von Chemiekeulen in der Nachkriegszeit fast verschwunden. Erst ab 1983 hat er sich wieder bemerkbar gemacht, 50 Jahre später hat er den halben Wald erobert.

Stellt sich die Frage: Was hat in den Jahrzehnten und Jahrhunderten zuvor eine solche beinahe explosionsartige Entwicklung verhindert? War es das in Schnitt etwas kühlere Klima? Und die Menschen, die in Flugjahren tagelang Maikäfer gesammelt haben. Die Bilder, die diese Szenen zeigen, finden wir eher lustig. Aber vielleicht steckt dahinter die blanke Angst vor der Not.

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