Diamantene Hochzeit Liebe über Grenzen hinweg

Haben sich nach der ersten Begegenung nicht mehr aus den Augen verloren: Rita und Georges Maurath mit Hündchen Mila.
Haben sich nach der ersten Begegenung nicht mehr aus den Augen verloren: Rita und Georges Maurath mit Hündchen Mila.

„Wie alles begann“ – dieser Satz wird bei Rita und Georges Maurath in Berg zur Diamanthochzeit wieder öfter zu hören sein. Es war etwa ein Jahr vor ihrer Hochzeit, als es bei der Lauterbourger Kerwe zu dieser „deutsch-französischen Begegnung“ kam. Rita aus Berg besuchte mit ihrer Freundin die Kerwe und wäre beim Aussteigen aus dem Boxauto schwer gefallen, wenn da nicht plötzlich Georges sie mit starken Armen aufgefangen hätte.

Man schaute sich in die Augen und verlor sich anschließend nicht mehr aus den Augen, denn „das war sicher ein Wink des Schicksals“, erzählt das Jubelpaar lachend. Man traf sich danach regelmäßig zum Spaziergang drüben in Frankreich oder hüben rund um Berg. Und man besuchte gerne das Café „Rosengarten“ nahe der Grenze, von den Besuchern der Region einfach Café „Gnicksschuss“ genannt. Glücklich verliebt plante man die gemeinsame Zukunft, am 9. März war die standesamtliche Trauung und ein Tag später läuteten in Berg die Hochzeitsglocken.

In Berg wollte Rita auch nach der Hochzeit unbedingt wohnen bleiben, denn sie arbeitete in der örtlichen Hemdenfabrik, die später auch Sportbekleidung herstellte. Georges, der Franzose, musste noch seinen Militärdienst ableisten, und war danach Briefträger in Lauterbourg. Später wechselte er als Qualitätskontrolleur zu Michelin nach Karlsruhe. „Der Drei-Schicht-Betrieb war anstrengend, aber die Zweisprachigkeit war in dem französischen Unternehmen von Vorteil, und man verdiente gutes Geld.“ So konnte mit viel Eigenleistung in der Buchenstraße ein eigenes Haus gebaut werden, das 1971 mit Tochter Denise bezogen wurde.

Viel Freude machten dem Ehepaar gemeinsame Gartenarbeit und die Geselligkeit mit Verwandten und Freunden diesseits und jenseits der Grenze. „Das war für uns eigentlich keine Grenze, es gibt Verwandtschaft auf beiden Seiten und es gab niemals Zwistigkeiten oder Zerwürfnisse wegen unterschiedlicher Staatsangehörigkeit“, meint das Jubelpaar. Was politisch als deutsch-französische Freundschaft bezeichnet werde, sei für sie gelebter Alltag. Und im Urlaub ging es regelmäßig ans französische Mittelmeer nach La Grande Motte.

Der Franzose kocht gerne

In Berg sind sie aktive Mitglieder des Carnevalvereins „Rot-Weiß – die Gäßeknie“. Georges ist „Senator der Fassenacht und bester Klatscher des Elferrates“ und Rita war lange Jahr aktiv bei der Küchenmannschaft, wie sie sich den Titel „Wörschtel-Rita“ verdient hat. Natürlich bedauern die beiden, dass jetzt während der Pandemie kein Fasching stattfand, aber so ein wenig Frohsinn versuchen sie immer in ihren Tageslauf zu übernehmen. Georges ist mit seinen 79 Jahren nach einer größeren Herzoperation wieder fit und übernimmt „als Franzose auch gerne das tägliche Kochen“, während Rita (82 Jahre) ihm zuarbeitet. Tochter Denise schaut regelmäßig zur Unterstützung vorbei, und beide freuen sich sehr, im Alter noch im eigenen Heim leben zu können. Schließlich gibt es auch noch Hündchen Mila, das für Abwechslung sorgt. Am 60-jährigen Hochzeitstag sind keine großen Feierlichkeiten geplant, aber sicher werden Tochter Denise, Enkelin Yasmin, Georges’ vier Brüder und weitere Verwandte und Freunde zu einem geselligen Tag vorbeikommen.

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