Kreis Germersheim Leserbriefe an die Lokalredaktion Germersheim-Wörth:

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Denk ich an Rülzheim in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht… oder, wie die „Kleine Pfalzlösung“ eine Wohlfühlregion zerstört. Die mehrfach in der Presse vorgestellte „Kleine Pfalzlösung“ der Güterzug-Lawine soll die Möglichkeit der Güterzugkapazität zwischen Mannheim und Karlsruhe steigern. Für sämtliche Anwohner entlang der Bahnstrecke ein Albtraum. Die favorisierte Lösung der Bundesregierung und der Bahn hieße mindestens 20 Güterzüge pro Nacht, alle 20 Minuten ein ellenlanger Güterzug, der an den Häusern der Anwohner vorbeidonnert. Dieses Modell wird alle Anwohner krank machen. Die geplante nächtliche Ruhestörung kann und darf nicht geduldet werden. Alle Befürworter der „Kleinen Pfalzlösung“ sollten sich eine Nacht lang alle 20 Minuten wecken lassen, um zu sehen, wie erholt und ausgeschlafen sie am nächsten Morgen zur Arbeit gehen können. Es bleibt zu hoffen, dass die Bürgermeister der betreffenden Gemeinden zeigen, dass ihnen ihre Bürger nicht egal sind und sie gemeinsam gegen die Pfalzlösung kämpfen. Alle Anwohner müssen sich schnellstens wehren, sonst sind sie bald nicht nur um ihren Schlaf, sondern auch um den Wert ihrer Grundstücke gebracht. Das Thema scheint ja Ihrem Redakteur Andreas Lapos unter den Nägeln zu brennen, immerhin waren in der RHEINPFALZ drei Artikel innerhalb einer Woche zu lesen. Natürlich ist es das gute Recht aller Anlieger, mit legalen Mitteln gegen die - immer noch in weiter Ferne liegenden - Planungen anzugehen. Jedoch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es sich bei der Bahnstrecke Schifferstadt - Wörth um eine Linie handelt, die bereits seit 1876 durchgehend befahrbar ist und nach geltendem Recht als Eisenbahnstrecke gewidmet ist. Das bedeutet, dass jedes Eisenbahn-Verkehrsunternehmen, dort bei der Netzsparte der DB auch heute schon dort Trassen bestellen und Güterverkehr abwickeln kann, soweit es die freien Trassen erlauben. Diese Tatsache war auch schon bekannt, als die Neubaugebiete entlang der Strecke entstanden, die Bauherren konnten folglich nicht blind darauf vertrauen, dass es auf immer und ewig beim Verkehr mit ein paar Nahverkehrstriebwagen und S-Bahnen sowie den wenigen täglichen Güterzügen bleibt. Jetzt die Bahn dafür an den Pranger zu stellen, halte ich für nicht gerechtfertigt. Und bevor man mir Unkenntnis in der Sache vorwirft: Ich habe 21 Jahre lang in unmittelbarer Nähe der rechten Rheinstrecke und rund 100 Meter von einem großen Rangierbahnhof entfernt gewohnt, der fast jede Nacht bis nach Mitternacht in Betrieb war. Und wer einmal erlebt hat, welcher Lärm entsteht, wenn eine Rangierlok 30 leere Güterwagen am Ablaufberg zusammenschiebt, wird einen vorbeifahrenden Güterzug als Ohrenschmaus empfinden. Allerdings waren sich die Bauherren in unserem Wohngebiet seinerzeit allesamt bewusst, wohin sie bauen und haben die Emissionen von Bahnstrecke und Rangierbahnhof akzeptiert. Immerhin war das Bauland dort günstig, und an einem ruhigeren Ort wäre vielen das eigene Haus aus Kostengründen verwehrt geblieben. Doch heute fordert jeder eine Verlagerung des Güterverkehrs von den verstopften Straßen auf die Schiene, selbst unsere Bundesregierung spricht sich immer wieder dafür aus. Doch werden hierfür Pläne vorgestellt, regt sich umgehend Widerstand dagegen. St. Florian lässt grüßen. Daher begrüße ich den sachlichen Vortrag von Meinungen wie die von Ulrich Mohr (BUND Südpfalz) in der RHEINPFALZ vom 24. Januar. Der Bericht in der RHEINPFALZ (...) zwecks der aktuellen Bauplanung in den Chausseewiesen hat bestimmt nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen Bürgern in der gesamten Südpfalz Kopfschütteln erzeugt. Ein Teil dieses Baugebietes soll als Gewerbegebiet mit „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ eingerichtet werden.“ Da lachen ja die Hühner! Damit schränkt die Stadtverwaltung die gesetzlich geschützte freie Gewerbeentfaltung eigenmächtig ein und diskriminiert gleichzeitig den Autohandel. Der erste Beigeordnete der Stadt Germersheim (Herr König) sollte sich mal in den Nachbarorten umschauen. Dort sind nämlich Mischgebiete mit mehreren und ansehnlichen Autohandelsunternehmen sichtbar. Bestes Beispiel dafür ist Rülzheim mit der stark befahrenen Bahnhofstraße. Dort und parallel zu den Bahngleisen haben sich mehrere seriöse Autohandelsbetriebe zwischen Wohnhäusern und anderen Gewerbebetriebe sehr ordentlich und überschaubar angesiedelt. Die Visitenkarte ist damit dieser Gemeinde besonders gut gelungen. In Germersheim sollte so etwas auch möglich sein.Ich weise darauf hin, dass seit Jahrzehnten die Zugeinfahrt am alten Bahnhof ein Schandfleck unserer Stadt ist. Warum tut man hier nichts und versucht das Bild unserer Stadt zu verschönern? Eine geordnete Gewerbeansiedlung (auch Autohandel) in diesem Bereich wäre in jedem Falle ansehnlicher als das hässliche Bahnhofsgebäude in seinem jetzigen Zustand. Die Stadtverwaltung sollte hierzu endlich mal eine Großoffensive starten und ihre lasche Haltung gegenüber der deutschen Bundesbahn aufgeben. Anstatt seriöse Gewerbetriebe fernzuhalten, sollte man eher darauf achten, dass diese gewisse Ordnungsauflagen erfüllen.

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