Kreis Germersheim Leserbriefe an die Lokalredaktion Germersheim-Wörth:

Schöne Worte, die so leider nicht stimmen. Oh ja die Dokumentation nimmt viel Zeit in Anspruch in der Pflege, aber auch dies wäre zu bewältigen wenn genügend Personal vorgehalten würde. Wenn Mitarbeiterinnen nach Jahrzehnten einen Betrieb verlassen, um sich einen anderen Job zu suchen, dann sollte man nach den Gründen suchen und sich Gedanken machen. Leider werden immer mehr Mitarbeiterinnen eingespart um zu Geld zu sparen. Wenn immer weniger Pflegekräfte immer mehr Bewohner versorgen müssen, dann kann keine Qualität in der Pflege gewährleistet werden. Wer in der Pflege schon gearbeitet hat weiß, dass keine Zeit mehr für menschliche Pflege bleibt, es ist ein abfertigen von alten Menschen. Wie kann man dann sagen die Pflege sei in Ordnung? Ist Pflege in Ordnung, wenn man sich überlegen muss für wen man heute Zeit hat um eine ordentliche und vorgeschriebene Grundpflege durchzuführen? Ist Pflege in Ordnung, wenn man von Bewohner zu Bewohner hetzt, um wenigstens das Notwendigste am Bewohner zu erledigen? Ist Pflege in Ordnung, wenn man einen Bewohner auf später vertrösten muss weil er zur Toilette gebracht werden möchte? Ist Pflege in Ordnung, wenn Pflegekräfte keine Zeit haben um auf die Bedürfnisse eines alten Menschen einzugehen? Ist Pflege in Ordnung, wenn Pflegekräfte keine Zeit haben, sich die Sorgen und Nöte von alten Menschen anzuhören?Kann Pflege noch in Ordnung sein, wenn Pflegekräfte kein Privatleben mehr haben, weil sie ständig einspringen müssen? Wie viel Qualität kann man als Pflegekraft noch abliefern, wenn man unzählige Überstunden vor sich herschiebt? Wann wird unsere Regierung denn endlich wach und deckt die Missstände in Altenheimen auf und vor allem wann sorgt sie dafür, dass in Altenheimen wieder menschenwürdig gepflegt werden kann? Nicht die Pflegekräfte sind schuld an den Missständen, sondern unser Staat, der zulässt, dass Pflegekräfte ausgebeutet werden und an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit stehen. Wann wird ein Personalschlüssel eingeführt der menschenwürdige Pflege zulässt und wann wird er kontrolliert damit Pflegeheime ihn nicht zu ihren Gunsten unterschreiten? Glaubt denn wirklich jemand, dass der Medizinische Dienst einmal im Jahr einen Tag in ein Pflegeheim kommen kann um festzustellen ob alles in Ordnung ist und dafür dann noch Noten vergibt. Selbst wenn die Dokumentation stimmt für die man diese begehrte Note bekommt, ist nicht sichergestellt wie gepflegt wird. Papier ist sehr geduldig . Ich bin 62 Jahre alt und habe Angst davor, pflegebedürftig zu werden und in ein Heim zu müssen, weil ich 15 Jahre in einem gearbeitet habe und weiß wovon ich hier schreibe. Ich bin in Altersteilzeit in der Ruhephase und bin um jeden Tag dankbar, den ich nicht mehr mit einem schlechten Gewissen nach Hause gehen muss, weil ich meine Arbeit nicht so tun konnte wie ich es gerne getan hätte zum Wohle meiner alten Menschen. Eines muss man den Altparteien im Kreistag lassen: Sie agieren mit ihrer Flucht nach vorne geschickt auf den von der „Alternative für Deutschland“ (AfD) gestellten Antrag in Sachen Schülerbeförderung und stimmen einmütig für den Vorschlag der neuen Oppositionspartei. Selbst sah man bisher aber offenbar keine Notwendigkeit, in das ihnen allen längst bekannte Vorhaben von Landrat Dr. Fritz Brechtel einzugreifen. CDU, SPD und Grüne verweisen die von der AfD geäußerten Bedenken in Sachen Sicherheit der Kinder und Jugendlichen gar ins „Reich der Fabeln“ und halten einen Nahverkehrszug für sicherer als einen Schülerbus – glücklich, wer dermaßen positive Erfahrungen mit dem Bahnfahren gemacht hat! Der wortgewaltige CDU-Mann „für’s Grobe“, CDU-Fraktionssprecher Seiter, wirft der AfD gar vor, das Thema nur aus parteipolitischer Profilierungssucht zu besetzen; offenbar haben in seiner Logik nur CDU & Co. eine Art Monopol auf Realpolitik auf Kreisebene – als sei Politik nicht immer auch ein Wettbewerb der Parteien um die beste Lösung! Wenn es seiner selbstlosen Partei so sehr um das „Wohl der Kinder“ (und den Geldbeutel ihrer Steuern zahlenden Eltern) geht, stellt sich allerdings die Frage, wieso er seinem Parteifreund Brechtel nicht in die Parade gefahren ist, als dieser mit der geänderten Schülerbeförderung zwar nicht näher belegte 20.000 Euro pro Jahr einsparen wollte, im Vorfeld die CDU aber mit Unterstützung der Koalitionspartner von den Grünen und der FWG den in der Praxis im Grunde überflüssigen Posten eines hauptamtlichen Beigeordneten für Dietmar Seefeldt (ebenfalls CDU) wieder eingeführt hat: Dieser kostet die Bürgerinnen und Bürger des mit mittlerweile über 111 Millionen (!) Euro verschuldeten Landkreises Germersheim in seiner Amtszeit jährlich gut das Fünffache der nun bei der Schülerbeförderung behaupteten Einsparung - künftige Pensionsansprüche noch nicht berücksichtigt. Hier hätten diese Damen und Herren glaubwürdig unser Steuergeld sparen können!