Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Lücke aufgerissen

Auch die Automaten haben ihre Tücken.
Auch die Automaten haben ihre Tücken.

Früher gab es neben dem Fahrkartenbesitzer nur den Schwarzfahrer. Mittlerweile gibt es Zwischentöne.

Seit 2019 streiten sich die Stadt Wörth und der Landkreis Germersheim, wer die Kosten für den Betrieb der Stadtbahn in Wörth zahlen muss. Es geht darum, das jährlich Defizit von 220.000 bis 260.000 Euro zu übernehmen. Eigentlich regelt das ein Landesgesetz, wonach der Kreis zuständig ist. Aber die Vereinbarungen zur Stadtbahn Wörth sind älter und darin steht etwas anderes.

Durch drei zusätzliche Fahrkartenautomaten an den bisher ausgesparten Wörther Haltestellen wird das Defizit noch höher: sie kosten einige 10.000 Euro – so viele Fahrkarten werden dort wahrscheinlich nie verkauft.

Kein Wunder also, dass niemand sich danach drängelt, die Lücke zu schließen, die der Abbau der Fahrkartenautomaten in den Stadtbahnen aufgerissen hat. In diese Lücke stolpert, wer mit den überwiegend digitalen Alternativen nicht zurecht kommt. So mehrt sich offenbar die Zahl der Fahrgäste, die zwar glauben, im Besitz einer virtuellen Fahrkarte zu sein – es aber nicht sind. Unter Fachleuten heißen sie „Graufahrer“.

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