Kommentar
Keine Transparenz

Knapp zweieinhalb Jahre dauerte ein Rechtsstreit zwischen Stadt und einer Kita-Leiterin. Die Stadt hatte der Frau gekündigt, doch erst gab ihr das Arbeitsgericht Landau recht, dann das Landesarbeitsgericht Mainz. Und selbst danach dauerte es noch eine Weile, bis die Kita-Leiterin wieder arbeiten durfte – obwohl sie doch laut der Gerichtsurteile nie gekündigt war.
Man könnte sagen: Schnee von gestern. Schließlich arbeitet die Kita-Leiterin seit Ende Mai wieder in ihrer alten Funktion, wenn auch in einer anderen Einrichtung. Allerdings ist von Einsicht, dass da so einiges schief gelaufen ist, im Rathaus offensichtlich weiter keine Spur.
Wie glaubwürdig ist es, wenn sich der Bürgermeister noch im Dezember 2022 damit herausreden will, dass noch keine Zahlen vorlägen, wie hoch die Kosten für die Stadt tatsächlich waren? Die Anwälte sollten längst bezahlt sein, die Kita-Leiterin ihr Geld erhalten haben.
Warum kann man nicht eingestehen: „Das war ein Fehler. Und der war ganz schön teuer.“ Denn gerade Bürgermeister Michael Niedermeier (CDU) war vor drei Jahren mit dem Versprechen für mehr Transparenz zur Wahl angetreten ... Doch klare Worte muss nun wohl der Rechnungshof finden. Klare Worte, die in Kandel leider niemand findet. Zumindest nicht offen.
