Wochen-spitzen
Keine Entspannung in Sicht
Am Aschermittwoch ist alles vorbei... ? Leider nicht. Die Corona-Pandemie plätschert leise im Hintergrund weiter und hat die Bühne frei gemacht für die nächste weltweite Krise – die russische Invasion in der Ukraine, der Beginn eines neuen Kalten Krieges, die Sorge vor einer atomaren Bedrohung. Und diese Krise steht, so ist zu befürchten, erst am Anfang.
Doch egal, welche Krise: Politiker aus der Südpfalz sind stets ganz vorne dabei. Bei Corona war es der CDU-Abgeordnete Thomas Gebhart, im Frühjahr 2018 nach einem Anruf der damaligen Kanzlerin Angela Merkel zum Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium berufen. Ab Anfang 2020 drehte sich bei Gebhart alles um das Virus und es sollte bis zum Regierungswechsel nach der Wahl im Herbst 2021 so bleiben.
Eine gute Entschuldigung
Weniger Zeit zum Einleben im Amt blieb dem Grünen Bundestagsabgeordneten Tobias Lindner. Ende 2021 wurde er Staatsminister im Auswärtigen Amt, Anfang 2022 fand Lindner sich vor der UN-Vollversammlung in New York wieder, um eine flammende Rede gegen russische Aggressionen zu halten. Für etwaige Friedensdemos in der Südpfalz am Wochenende lässt sich der Grünen-Politiker entschuldigen: Er muss in Berlin die Stellung halten, weil die Außenministerin in Sachen Ukraine-Krieg unterwegs ist. Es sei ihm verziehen, denn (nicht nur seine) Friedensdiplomatie wird so dringend benötigt wie lange nicht.
Ein leidiges Thema
Und auch die Debatten haben von einer Pflicht zur nächsten gewechselt: Die „Pflege“-Impfpflicht für Menschen, die in entsprechenden Einrichtungen arbeiten, soll ab Mitte März greifen, scheint aber kaum umsetzbar. Die Gesundheitsämter haben bekanntlich gerade im Kreis Germersheim mit seinem Spitzenplatz bei den Inzidenzen noch genug zu tun und keine Muße, Pflegekräfte zu kontrollieren. Die allgemeine Impfpflicht ist aktuell kaum noch Thema und das wohl zu recht. Schließlich weiß niemand, wie viele Impfungen man vorschreiben sollte und ob die vorhandenen Vakzine bei einer neuen Variante überhaupt greifen würden - eine schwierige Basis. Dafür wird jetzt darüber gestritten, ob man die Wehrpflicht aus ihrem Dornröschenschlaf wecken sollte. Schließlich soll die Bundeswehr endlich funktionierendes Material bekommen und irgendwo müssen Frau und Mann an der Waffe und im Panzer ja herkommen.
Ein sinnvoller Appell
Funktionierendes Material im weitesten Sinne benötigen auch die zahllosen Menschen, die derzeit aus ihrer Heimat fliehen müssen. Allerorts werden Spenden gesammelt, so unter anderem auch in Kandel. Dabei hat man offensichtlich dazu gelernt und erklärt vorab nun sehr konkret, welches Material da an die ukrainische Grenze gebracht werden soll, zum Beispiel Decken, Taschenlampen samt Batterien, Funkgeräte. Ausdrücklich nicht erwünscht, auch wenn nicht namentlich genannt, sind ungewaschene Unterwäsche, kaputte Socken und Jacken mit kaputten Reißverschlüssen. Leider wurden vergangene Aktionen oft dazu genutzt, schnell und günstig den Keller zu entrümpeln und all das loszuwerden, was man nicht mehr braucht, weil es schlicht kaputt und verdreckt war.
Deshalb bitte nur sinnvoll spenden und am Wochenende Sonne tanken - etwas Licht in diesem Tunnel können wir alle gut gebraucht.