Kommentar
Keine Angst

Der Abzug des 24-Stunden-Notarzteinsatzfahrzeugs (NEF) von der Asklepiosklinik in Germersheim nach Kandel scheint auf den ersten Blick eine dramatische Verschlechterung der Notfallversorgung im nördlichen Landkreis zu sein. Denn laut dem geltenden Rettungsdienstgesetz und der dazugehörigen Verordnung muss im Land binnen 15 Minuten Hilfe geleistet werden. Das heißt aber nicht, dass der Notarzt vor Ort sein muss, sondern Rettungssanitäter mit entsprechender Ausbildung. Das ist gegeben. Denn über den ganzen Kreis verteilt gibt es Rettungswachen. Ein Notarzt aus Landau oder Speyer ist jedenfalls schneller in Freisbach oder Lustadt als der aus Kandel. Angst müssen die Bewohner des nördlichen Kreises deshalb nicht haben. Eine 24-stündige Doppelbesetzung ist finanziell und personell nicht machbar. Auch gibt es im südlichen Landkreis mehr Notarzteinsätze im Vergleich zum nördlichen. Da die Notfallversorgung für Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten nach Kandel verlegt wurde, ist der Abzug des 24-Stunden-NEF eigentlich ein logischer Schritt. Während der ersten Coronawelle gab es laut dem Geschäftsführer der Asklepioskliniken im Kreis, Frank Lambert, keine Probleme. Nun wird diese Probezeit um ein weiteres Jahr verlängert.
