Hatzenbühl / Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Hunde besuchen einsame Menschen

Hunde finden häufig einen besonderen emotionalen Zugang zu Menschen.
Hunde finden häufig einen besonderen emotionalen Zugang zu Menschen.

Einsamkeit im Alter ist auf dem Vormarsch. Die Malteser möchten mit einem neuen Angebot Abwechslung in den Alltag älterer oder allein lebender Menschen bringen. Hunde spielen dabei eine wichtige Rolle, denn die können manchmal Wunder bewirken.

Der Winter steht ins Haus. Es ist die Jahreszeit, wo sich alleinstehende Menschen am einsamsten fühlen. Deshalb soll der neue Besuchs- und Begleitdienst bald starten, im Oktober beginnt die Ausbildung. Ehrenamtliche können Zeit und Freude schenken. „Spazierengehen, Vorlesen oder einfach nur reden: Gemeinsam ist man weniger allein“, sagt Marion Karl, Leiterin des neuen Nachbarschaftsbüros in Hatzenbühl. Die Besuche laufen individuell ab, wie es für Beteiligten passt. „Sie entscheiden, ob sie Mensch-ärger-dich-nicht spielen oder gemeinsam den Gottesdienst besuchen wollen“, nennt sie Beispiele. Ausgenommen sind Arbeiten im Haushalt, pflegerische Dienste, Finanzgeschäfte und Behördengänge. Den Blick richten die Malteser dabei nicht nur auf hochbetagte, pflegebedürftige oder körperlich eingeschränkte Menschen, die sich einsam fühlen. Besucht werden auch Menschen, die wenig Kontakte haben, weil sie soziale Ängste entwickelt oder sich schlicht aus Geldnot isoliert haben. Dass sich viele jüngere Leute allein fühlen, habe die Pandemie deutlich aufgezeigt, sagt Marion Karl.

Vier Pfoten vermitteln Nähe

Die Malteser haben zwei Modelle für den Besuchsdienst entwickelt: mit und ohne Hund. In anderen Orten der Diözese Speyer sind die Mensch-Hunde-Teams schon im Einsatz. Tiere können oftmals Körper, Geist und Seele auf eine Weise und einer Ebene berühren, wie es andere Menschen nicht schaffen. Eine häufige Erfahrung: Sobald der Hund reinkommt, öffne sich der Mensch, zeige Emotionen und beginne zu erzählen, erzählt die Sozialpädagogin Karl. Ganz abgesehen davon, dass eingeschränkte Leute auch mobiler werden, wenn sie etwa gemeinsam Gassi gehen.

Der Hund sollte nicht zu alt und nicht schreckhaft sein, offen und neugierig auf Menschen zugehen. „Er sollte das auch gern machen, nicht nur Herrchen oder Frauchen“, sagt Karl. „Er sollte sich streicheln lassen und sich zurückziehen, wenn er in Bedrängnis kommt.“ Kurzum: Es ist ein Job für stressresistente Hunde.

Der Besuchsdienst ist eins von mehreren Angeboten, mit denen die Malteser ihr soziales Engagement im Kreis Germersheim ausbauen möchten. Zentrale Anlaufstelle ist das neue Nachbarschaftsbüro in Hatzenbühl. Ziel des übergreifenden Projekts „Füreinander-Miteinander“ ist Menschen aus der Einsamkeit zu holen. Ein wöchentlicher Spielenachmittag läuft bereits.

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