Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Hinweise aus der Bevölkerung: Wachsamkeit ist wichtig

Auch in Schulbussen darf ni cht einfach so fotografiert werden.
Auch in Schulbussen darf ni cht einfach so fotografiert werden.

Mit Meldungen über mutmaßliche Übergriffe muss man umsichtig umgehen. Aber man darf sie nicht leichtfertig abtun.

Was der Fünftklässlerin aus Edenkoben zugestoßen ist, ist der Albtraum aller Eltern und Schulkinder. Entsprechend liegen die Nerven derzeit blank. Das zeigen die zahlreichen Polizeimeldungen über „Kinderansprecher“, die sich zuweilen schlicht als wartende Väter entpuppen. Dennoch ist es immer richtig, zu handeln, wie die 14-Jährigen, die ihre Eltern über den verdächtigen Fotografen informiert hatte.

Der Mitarbeiter der Kreisverwaltung, der offensichtlich ohne direkten Auftrag im Bus und an einer Haltestelle geknipst hat, wusste offensichtlich nicht, was er tat. Das Vorgehen an sich – ohne offizielle Kleidung, ohne sich auszuweisen, ohne nachzufragen – wäre auch an jedem anderen Tag nicht in Ordnung gewesen. Zu diesem Zeitpunkt, wenige Tage nach der Tat in Edenkoben, war es schlicht unmöglich.

Man darf die Meldungen, die nun vermehrt eingehen, nicht leichtfertig abtun. Sie alle gehören sorgfältig geprüft und es liegt selbstverständlich in der Verantwortung von Eltern, ungeprüfte Verdachtsfälle nicht in sozialen Medien zu teilen und Unsicherheit zu schüren. Aber es ist leider ein Fakt, dass gerade junge Mädchen und Frauen oft genug Übergriffen auf verschiedenen Ebenen ausgesetzt sind. Dazu gehören übrigens auch Fotos ohne Einwilligung. Und es war auch ein Hinweis aus der Bevölkerung, der dazu geführt hatte, dass das Martyrium des Edenkobener Mädchens ein Ende fand.

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