Kommentar Hass hat Konsequenzen

Die Ermittler richten ihrem Blick verschärft auf Hate Speech im Netz.
Die Ermittler richten ihrem Blick verschärft auf Hate Speech im Netz.

Pöbler im Netz sollten sich zweimal überlegen, wie sie kommentieren. Das zeigt der richterliche Beschluss in Fall Dunja Hayali.

Kraftausdrücke oder Schimpfworte kann man manche widerwärtigen Begriffe schon gar nicht mehr nennen, mit denen die Journalistin Dunja Hayali in sozialen Medien angefeindet wird. Die Hassreden gehen tief unter die Gürtellinie, sie sind menschenverachtend. Das „Yep“, mit dem ein Facebook-Nutzer einen Hasspost kommentiert hat, klingt da zunächst vergleichsweise harmlos. Aber das Wörtchen signalisiert Zustimmung. Der Kommentar eines Pfälzers ist nach Ansicht des Gerichts deshalb ehrverletzend und beleidigend. Das Verfahren wurde zwar eingestellt, der Mann nicht verurteilt. Die Rechtsprechung setzt mit der Geldauflage aber ein unmissverständliches Zeichen: Hass und Hetze im Netz haben Konsequenzen.

Dass die virtuelle Welt kein rechtsfreier Raum ist, scheint vielen Menschen noch nicht klar zu sein. Da wird schnell mal eben etwas hingerotzt, ein ekelhaftes Statement gelikt und werden Menschen auf krasse Weise verunglimpft. Zumal man sich hinter falschen Namen und Fake-Profilen verstecken kann – oder das zumindest glaubt. Denn Urheber können durchaus ermittelt werden. Der Blick der rheinland-pfälzischen Polizei auf Hate Speech im Netz hat sich in den letzten zwei Jahren verschärft.

Hass im Internet setzt sich zunehmend in der realen Welt fort. Das zeigt die Verrohung der Gesellschaft. Ein richterlicher Beschluss wie er jetzt gefällt wurde, kann helfen, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten: Opfer müssen nicht ohnmächtig alles aushalten und Täter sollten sich zweimal überlegen, was sie posten und kommentieren.

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