Wörth
Hallenbad kann nach Sanierung in Wintersaison starten
„Niederschmetternd“ lautete im Juni 2020 die Diagnose der Mängel im Hallenbad. Damals war noch nicht klar, ob vor dem Bau eines Allwetterbads überhaupt eine Sanierung in Angriff genommen werden kann. Doch seit einer Woche hat das Wörther Hallenbad nun wieder geöffnet. „Das Bad ist nun wieder sicher und funktioniert wieder“, sagte Stadtbürgermeister Dennis Nitsche (SPD) bei einer kleinen Feierstunde. „Es ist das einzige Hallenbad im ganzen Landkreis. Wir haben hier eine Verantwortung für die Kinder und die Schulen, das Bad wird mehrheitlich von Bürgerinnen und Bürgern außerhalb des Stadtgebiets benutzt.“ Die Gesamtkosten für die Sanierung beziffert er auf rund eine Million Euro, davon wurden bis jetzt rund 600.000 Euro benötigt.
Hart ging er mit dem Kreis Germersheim ins Gericht. „Die Stadt Wörth hat diese Kosten bis zum heutigen Tag alleine getragen. Es gab keinerlei Zuschüsse“, so Nitsche. Von den 500.000 Euro, die im laufenden Haushaltsjahr für die Bäder eingestellt sind, sei noch nichts geflossen. Durch die beiden Bäder in Wörth entstehe jährlich ein Defizit von rund 1,5 Millionen Euro.
Ganzjahresbad soll klimaneutral betrieben werden
Nitsche gab zugleich einen Ausblick auf den aktuellen Stand beim geplanten Bau des Ganzjahresbades. Er rechnet mit einer Fertigstellung zur Wintersaison 2024, Flächennutzungs- und Bebauungsplan sind genehmigt. Das Bad soll klimaneutral betrieben werden, aktuell laufen die Gespräche mit den Fachingenieuren wegen Gestaltung und Ausstattung.
Das Hallenbad fällt in den Zuständigkeitsbereich des Ersten Beigeordneten Rolf Hammel (SPD). Dieser ging näher auf die einzelnen Schritte der Sanierung ein und sagte: „Es war eine schwere Aufgabe, den Spagat zwischen Kosten und Sicherheit zu bewältigen. Wir haben bewusst Flickschusterei betrieben, um die Ausgaben so gering wie möglich zu halten.“
Die Mängelliste war lang
Es musste ein komplett neues Brandschutzkonzept erstellt werden, der korrodierte Beton an der Fassade nachgebessert werden. Die maroden Betonträger rund um das Gebäude sind nun mit demontablen Stützelementen, sogenannten Sprießen, gesichert. Davor wurde ein Bauzaun errichtet, den die Stadt eigens hierfür erworben hat. Er soll vor einer gefährlichen Absprengung von Betonteilen schützen. Die Styroporabdichtung an der Decke hatte sich mit Wasser gefüllt. Es drohten Lampen, die teilweise mit Angelschnur befestigt waren, von der Decke zu stürzen. Das Styropor wurde entfernt, es wurden Folien zur Abdichtung verlegt.
Im Inneren des Bades stehen nun Masten, die eigentlich für Straßenlampen genutzt werden. Daran sind nun gewöhnliche LED-Lampen befestigt. Die Chlorgasanlage musste wegen der in die Jahre gekommenen Leitungen komplett erneuert werden. Hammel versicherte: „Wir werden in einem jährlichen Monitoring die Sicherheit permanent überprüfen.“
Gegen die komplette Schließung des Hallenbads hatten Bürgerinnen und Bürger 2020 mit einer Unterschriftenaktion mobil gemacht. Vor allem der Schwimmclub Wörth und die DLRG sahen sich in ihrer Existenz bedroht. Daher hatte der Stadtrat nach langen Diskussionen eine Sanierung beschlossen, um die Zeit bis zur Fertigstellung des Allwetterbads zu überbrücken.