Kommentar
Gemeinsames Handeln nötig

Die Corona-Krise und der Lockdown bedrohen den Einzelhandel in der Region langfristig. Die Folgen sind noch nicht vollständig abzusehen, doch ohne gemeinsames Handeln drohen die Innenstädte zu veröden. Hier ist vor allem die Politik gefordert. Doch die Wege zur Unterstützung für die Einzelhändler sind viel zu lang und steinig. Mit dem Argument, Betrug zu verhindern, hat die Bundesregierung mit den Überbrückungshilfen ein bürokratisches Konstrukt erschaffen, das selbst Fachleute nicht durchschauen und das zudem immer wieder nachträglich verändert wird. So wird die Unsicherheit für die Einzelhändler noch erhöht, statt des dringend benötigten Mehrs an Planungssicherheit zu schaffen. Bei der Corona-Soforthilfe gehen die Staatsanwaltschaften bei knapp 0,5 Prozent aller Anträge einem Verdacht auf Missbrauch nach, berichtet das Landwirtschaftsministerium. Doch statt auf die nachträgliche strafrechtliche Aufarbeitung zu vertrauen, werden überkomplexe Maßnahmen ausgearbeitet, die alle Einzelhändler und Unternehmer in Geiselhaft nehmen. Begleitet wird dies von Politikern, die das eigene Handeln in den schönsten Farben mahlen, ohne damit der grauen Wirklichkeit nahe zu kommen. So wird Vertrauen verspielt. Doch auch wir alle sind gefordert, um vielfältige Städte zu erhalten: Indem wir statt mit drei Klicks im Internet, mal wieder zum Telefon greifen und beim Händler um die Ecke bestellen.
