Rheinzabern RHEINPFALZ Plus Artikel Fortschritte beim geplanten Bau einer PV-Anlage auf Baggersee

 Standort für die Schwimm-Elemente der Photovoltaikanlage soll eine rekultivierte Wasserfläche sein, der Batteriespeicher wird a
Standort für die Schwimm-Elemente der Photovoltaikanlage soll eine rekultivierte Wasserfläche sein, der Batteriespeicher wird auf dem Holcim-Betriebsgelände stehen.

Mit „Photovoltaik auf dem Baggersee“ war ein Tagesordnungspunkt der jüngsten Ratssitzung in Rheinzabern knapp betitelt. Ein Experte wurde angekündigt. Was dabei herauskam.

Angesichts der knappen Informationen waren die Ratsmitglieder vor dem Einstieg in das Thema kritisch gestimmt. Doch um es vorneweg zu sagen: Der Vortrag der Firmenvertreter überzeugte das Gremium, veränderte die Stimmung im Saal spürbar ins Positive und wurde schließlich mit Applaus belohnt.

Die Geschichte einer schwimmenden Photovoltaikanlage auf einem Rheinzaberner Baggersee begann schon im Jahr 2019 – mit einem Antrag der SPD-Fraktion, die Möglichkeiten der Stromerzeugung auf einem der Seen in der Gemeinde zu prüfen. Der Vorschlag wurde für gut befunden, dessen Verwirklichung gestaltete sich bis heute jedoch schwieriger als gedacht. Denn es muss erst geprüft werden, ob solch eine Anlage wirtschaftlich ist, wer sie plant, finanziert und umsetzt und ob das Baurecht das Vorhaben im Tiefgestade zulässt.

Entscheidung für eine neue Firma

Die Firma Holcim Kies und Beton, die in Rheinzabern Rohstoffe fördert und ihre Firmenanlagen direkt an einem Baggersee stehen hat, verfolgte das Projekt ab 2021 – vorerst ohne Zutun der Ortsgemeinde – weiter. Im Frühjahr 2025 stellte schließlich die Regionalleiterin Geraldine Löschan den aktuellen Stand vor und sprach zum ersten Mal von einem potenziellen Anbieter des gewünschten Solarparks, einem Schweizer Projektentwickler. Die Photovoltaikanlage könnte wegen Abstandsregeln zum Ufer aber nicht nur auf der Seefläche liegen, die Holcim selbst gehört, sondern müsste auch einen Teil der gemeindeeigenen Seefläche bedecken. Dafür müsste Pacht an die Gemeinde gezahlt werden. Deshalb müsste die Ortsgemeinde in die Verwirklichung des Parks mit einbezogen werden, vom Baugenehmigungsverfahren mal abgesehen.

Zwischenzeitlich hat die Firma Holcim entschieden, dass die Enshift AG mit Hauptsitz im schweizerischen Baar den Photovoltaikpark auf dem Baggersee bauen und den dort erzeugten Strom zumindest an Holcim zu günstigen Konditionen abgeben soll. Zwei Vertreter des privaten Energie-Erzeugers, Direktor Lars Kirchhoff und der Projektentwickler Elmir Avdic, stellten nun die Pläne vor und gingen auch durchaus auf kritische Fragen ein.

Wasserfläche von 2,88 Hektar soll belegt werden

„Wir planen einen Hybridpark in Rheinzabern, bestehend aus einer Floating-PV-Anlage und einem Batteriespeicher (BESS)“, erklärte Kirchhoff. Der Standort für die Schwimm-Elemente werde eine rekultivierte Wasserfläche sein, der Batteriespeicher werde auf dem Holcim-Betriebsgelände stehen. Deutlich betonten die beiden Experten, dass „Vorhabenträgerin“ die Enshift Green Energy Germany, eine Tochter der AG, sei. Das Ganze solle in Kooperation mit der Holcim Kies und Beton GmbH und der Gemeinde Rheinzabern realisiert werden. Auch für die Firma selbst sei das Projekt in der Pfalz spannend: Es werde dabei auch ausgelotet, ab welcher Größe sich eine solche Anlage wirtschaftlich rechne.

Aktuell ist geplant, eine Wasserfläche von rund 2,88 Hektar zu belegen, das sind rund 15 Prozent der Seefläche. Die Paneele sollen eine Leistung von rund 3,5 Megawatt-Peak (MWp) erbringen. Von der Plattform bis zum Batteriespeicher sind Unterwasserkabel vorgesehen, die optionale Einspeisung in das öffentliche Stromnetz erfolge über Kabeltrassen an Land. Geplant, finanziert, gebaut und betrieben werde der PV-Park von der Enshift-Gruppe. Auch die Kosten für den Bebauungsplan will die Firma übernehmen. Alle Genehmigungsverfahren sollen nach dem Zeitplan bis Oktober 2027 abgeschlossen sein, die Inbetriebnahme ist bei optimalem Verlauf für April 2028 geplant.

Von den Vorteilen einer schwimmenden Photovoltaik-Anlage musste das Gremium nicht mehr überzeugt werden. Schließlich steht das Projekt schon seit Jahren auf der Wunschliste der Ortsgemeinde und deren Entscheidungsträgern. Und so stimmte der Rat einstimmig für die Pläne der Enshift AG und unterstrich den Beschluss mit Tischklopfen.

Eine Skizze der geplanten schwimmenden Photovoltaik-Anlage in Rheinzabern.
Eine Skizze der geplanten schwimmenden Photovoltaik-Anlage in Rheinzabern.
Mehr zum Thema
x