Rheinzabern
Schwimmende Solarpaneele: Holcim berichtet über Stand des Projekts
Ende 2019 stellte die SPD-Fraktion im Gemeinderat den Antrag, zu prüfen, ob Solarstrom auf still gelegten Baggerseen im Rheinzaberner Tiefgestade produziert werden darf. So könne die Gemeinde einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, lautete ein Argument. Das sah auch der Rat so und stimmte dem Projekt 2020 zu.
Das Baurecht macht das für das Vorhaben jedoch einen Bebauungsplan und höchstwahrscheinlich auch Änderungen in übergeordneten Plänen erforderlich. Von Beginn ins Projekt einbezogen war die Holcim Kies und Beton GmbH. Ihr gehört ein kleines Stück der Sees im südwestlichen Bereich, an das das Betriebsgelände angrenzt. Der Abbau von Kiesen und Sand erfolgt mittlerweile ein ganzes Stück südlich davon. Der Rest des stillgelegten Sees, nordöstlich gelegen, gehört der Gemeinde.
Wirtschaftlichkeit ist eine Herausforderung
„Wir wollen das Projekt auf jeden Fall“, erklärte die Regionalleiterin der Firma, Geraldine Löschan, vor wenigen Wochen gegenüber dem Ortsgemeinderat. Sie und ein Kollege stellten das Unternehmen im Rat vor. Dabei gingen sie auch auf den Sachstand zum Projekt „Schwimmender Solarpark“ ein, das Holcim bis heute kontinuierlich weiterverfolgt. „Seit 2021 sind wir aktiv an dem Thema dran, haben sicherlich mit gut 20 verschiedenen Projektentwicklern gesprochen“, so Löschan.
Immer wieder habe das Vorhaben an seiner geringen Wirtschaftlichkeit zu scheitern gedroht. Der Solarpark sei für Holcim nur sinnvoll, wenn eine Stromlieferung direkt an das Kieswerk möglich sei, erklärten die Vertreter der Firma. Dies funktioniere, wenn die Kosten für Bau und Betrieb trotz der eher geringen Seefläche so niedrig sind, dass der Strom für Holcim nicht mehr kostet als der aktuell aus dem Netz bezogene Strom.
Firma und Ortsgemeinde als Verpächterinnen
Ein Faktor, der neben der überdeckten Seefläche die Stromausbeute beeinflusst, sei die Beschattung der Solarpaneele durch Bäume am Seeufer. Es handele sich bei dem Projekt nicht um „low hanging fruits“, also ein auf jeden Fall rentables und leicht zu realisierendes Vorhaben. Geplant sei, dass der Holcim bis zu 60 Prozent seines Strombedarfs durch den Solarpark decken kann.
Das Modell, das derzeit mit einem Schweizer Projektentwickler verhandelt werde, sehe Firma und die Ortsgemeinde als Verpächterinnen der Seefläche vor. Daher sei die Gemeinde bei allen Projektschritten involviert. Geplant sei, sich vertraglich zehn bis 15 Jahre an den Investor zu binden. Aufgrund der bisherigen Gespräche und des Sachstands sind „wir relativ positiv gestimmt“, dass es mit der schwimmenden Photovoltaikanlage klappen kann“, sagte Löschan.