Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Es geht um mehr als um Sprache

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Rheinland-Pfalz als Nachbarland zu Frankreich hat eine besondere Verantwortung, Französisch-Unterricht zu fördern.

Spanisch ist eine Weltsprache. In der internationalen Kommunikation und Wirtschaft wird sie immer wichtiger. Die Anzahl der Muttersprachler ist größer als im Französischen. Dass die Sprache an Schulen zusehends Bedeutung bekommt, ist absolut richtig.

Der Stellenwert von Französisch-Unterricht ist aber nicht weniger wichtig, und schon gar nicht entlang der Grenze. Wir lernen mit einer Sprache viel über das Land, seine Bewohner und deren Kultur. Das fördert gegenseitiges Verständnis, nicht nur im buchstäblichen Sinn. Dass aus Feinden Freunde geworden sind, hängt sicher auch damit zusammen, dass nach dem Zweiten Weltkrieg der Sprachunterricht gefördert wurde. Und wer hinter der Grenze ein einigermaßen vernünftiges Gespräch führen kann, ohne sich auf den elsässischen Dialekt verlassen zu müssen, ist klar im Vorteil.

Es wäre aus Eltern- und Schülersicht großartig, wenn an rheinland-pfälzischen Schulen Spanisch nicht erst als dritte Fremdspache in höheren Klassen gewählt werden könnte. Das würde zwangsläufig zu Lasten der „Standard-Fremdsprachen“ Latein und Französisch gehen. Ein Bundesland wie Niedersachsen – dort ist das möglich – fällt diese Entscheidung leichter als direkte Nachbarn zu Frankreich zu Frankreich wie Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg.

Hinterfragt werden darf das Sprachangebot ab Klasse 6 trotzdem. Latein mag mit seinem analytischen Zugang grammatikalisches Verständnis schärfen und für einige Berufe notwendig sein. Aber das Sprechen an sich ist Nebensache. Wenn die alte Sprache Konkurrenz von zwei modernen Sprachen bekäme, wäre das verkraftbar.

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