Meinung:
Eintrittsgeld für Festakt: Die fetten Jahre sind vorbei
Die Kassen sind leer, doch es steht ein Jubiläum an. Was soll man also tun? Das Feiern einfach lassen, wenn man doch offensichtlich kein Geld dafür hat? Das war für Kandel keine Option, wie Bürgermeister und Beigeordnete im Gespräch glaubwürdig vermitteln. Krisen gab es in den vergangenen Jahren genug, nun soll gemeinsam gefeiert werden. Zumal Kandel auch als Stadt mit polarisienden Demos und einem glücklosen Bürgermeister holprige Zeiten hinter sich hat. Also wurde man kreativ.
Beim Thema Sponsoren hat man in Kandel traditionell ein glückliches Händchen. Selbst bei den Prunksitzungen der Bikage gibt es Werbedurchsagen, was vermutlich ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der erfolgreichen Kandeler Fasnachter ist. Und so gelang es auch für das Stadtjubiläum, die Unterstützung von Sparkasse, VR Bank und anderen zu gewinnen.
Und dann wurden erstmals für einen Festakt 25 Euro Eintritt verlangt. Nun muss man sagen: Da trifft es bei den geladenen Gästen keine Bedürftigen. Und die Kandeler Bürger wussten, worauf sie sich einlassen. Als Kritikpunkt ließe sich natürlich einwenden, dass gerade Amtsträger diese Kosten von der Steuer absetzen können und damit der Eintritt auf Umwegen doch wieder vom Steuerzahler bezahlt wird.
Doch die fetten Jahre sind erstmal vorbei. Wenn also eine klamme Kommune Geld für ihre Geburtstagssause verlangt, ist das nur konsequent und hat Signalwirkung. Das Programm bietet zudem einige Veranstaltungen kostenlos oder sehr günstig an. Und dass es für die hochkarätigen Kulturevents keine Freikarten gibt, nichtmal für den Bürgermeister, unterstreicht, dass es den Kandelern mit dem Signal ernst ist.
