Kommentar
Eine Zumutung

Es hat etwas von einem Déjà-vu: Wieder einmal ist es Freitagspätnachmittag, wieder einmal teilen die Schulbehörden den Schülern, Eltern, Lehrern mit, wie es am Montagmorgen weitergehen soll. Eine Zumutung für alle Beteiligten. Denn inzwischen ist die Herausforderung durch Corona keine Überraschung mehr, sondern Alltag. Die Inzidenzzahl im Landkreis steigt seit Tagen. Warum eine Entscheidung wieder so spät gefällt wurde, ist kaum zu begründen.
Dazu kommt, dass die schlechtestmögliche Wahl getroffen wurde. Wechselunterricht ja, aber ohne Präsenzpflicht. Das heißt übersetzt: Liebe Eltern, bitte entscheidet selbst, wie hoch ihr die Ansteckungsgefahr für euer Kind einschätzt. Denn eure Politiker sind leider nicht mutig genug, euch zu sagen, dass Wechselunterricht gerade ein Risiko darstellt und besser nicht stattfinden sollte. Könnte das daran liegen, dass am 14. März gewählt wird...?
Lehrer stehen vor einer unlösbaren Aufgabe: Wie sollen sie Stoff vermitteln, wenn nur ein Teil der Schüler anwesend ist? Eine parallele digitale Betreuung ist nicht machbar. Inhalte, die später geprüft werden sollen, müssen allen Schüler gleichermaßen vermittelt werden. Also werden sie ab Montag Zeit mit Schülern im Klassenraum verbringen – Untericht ist jedoch kaum möglich.
Aber vielleicht dauert das Intermezzo in der Schule auch nicht allzu lange. Aufsichtsbehörde und Landrat betonen, dass bei einem ungünstigem Verlauf weitere Maßnahmen verkündet werden. Vermutlich wieder am Freitagnachmittag.
