Jockgrim
Ehrenamtliche verleihen Schweinheimer Kirchel neuen Glanz
Seit Jahren kümmern sich Mitglieder des Jockgrimer CDU-Ortsverbandes bei Arbeitseinsätzen um das Kleinod im Süden von Jockgrim und den umgebenden Garten. Vor zwei Jahren bauten sie Sitzbänke für den Außenbereich, nun ging es an die Fassade.
Erstmals schriftlich erwähnt wurde das katholische Gotteshaus 1051, als es Kaiser Heinrich III. einem Speyerer Bischof schenkte. Die Kirche stand in der fränkischen Siedlung Schweinheim, die aber bald aufgegeben wurde. Übrig blieb nach dem Abtragen der alten Häuser nur das Kirchel, das bis ins 15. Jahrhundert Pfarrkirche von Jockgrim wurde. Danach wurde es als Friedhofskapelle genutzt. Heute ist sie gern besuchter Andachtsort und eine Wallfahrtskirche.
Ohne Wasser und Strom, aber mit Organisationstalent
Wie Jürgen Welker, Koordinator des Einsatzes, Anfang der Woche in einer Feierstunde erzählte, startete die Aktion am 2. Mai. „Wir hatten vor Ort weder Wasser noch Strom, schafften es aber doch dank großem Organisationstalent, mit einem Hochdruckreiniger die Fassade zuerst einmal gründlich zu reinigen.“ Ortsbürgermeister German Guttenbacher (CDU), einer der Helfer, ergänzte: „Wir wurden zwar kurz durch einen Gottesdienst, der an diesem Tag am Kirchel stattfand, unterbrochen, dafür arbeitete das Team bis nach 21 Uhr.“
Nach kleineren Ausbesserungsarbeiten ging es an vier weiteren Tagen Seite für Seite an den Neuanstrich. Dafür wurde eigens ein Gerüst für die acht Ehrenamtlichen aufgebaut. „Zum Glück waren zwei junge Neuzugänge im Helferteam dabei“, sagte Welker. Der Altersdurchschnitt habe mit 56 Jahren deutlich niedriger als bei früheren Einsätzen gelegen.
Der katholische Pfarrer Marco Richtscheid ist sehr froh, dass die Kapelle wieder „so schön ist. Alles ist picobello, es ist nicht selbstverständlich, dass so etwas ehrenamtlich mit vielen Helfern vonstattengeht“. Auch dass die Kosten für Material und Farbe von einem Kirchelfreund aus den Reihen der Helfer übernommen werde, freute ihn. „Mit einem herzlichen Vergelt's Gott“ und einer kleinen Feier samt Verpflegung bedankte er sich für die Aktion.