Kreis Germersheim Der Realität stellen

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Es gibt offenbar unterschiedliche Lesarten an den Schulen, was die Vorgaben für die nächsten drei Tage aus Mainz betrifft. Einige bereiteten gestern Homeschooling vor, für andere Schüler beginnen morgen quasi die Ferien. Auf der Homepage des Bildungsministeriums hieß es, Fernunterricht müsse nicht stattfinden. Kann also. In dem Schreiben, das am Montagmittag an die Schulleiter ging, lautet es so: „Ein pädagogisches Angebot zur häuslichen Arbeit findet in den drei Tagen vor den Weihnachtsferien nicht statt.“ Ja, was denn nun? Das Ministerium bleibt vage und überlässt den Schulen die Ausgestaltung der kurzfristigen Lockdown-Vorschriften. Mal wieder. Das führt zu Verunsicherung bei Lehrern, aber vor allem zu Verwirrung bei Eltern. Denn gerade die dürften nicht verstehen, warum trotz angeblich landeseinheitlicher Regeln nicht für alle Kinder am Mittwoch die gleichen Vorgaben gelten.

Die Inkonsequenz politischen Handelns während der Corona-Pandemie wird an einem weiteren Beispiel offenbar: Eine für gestern geplante Diskussion in der Mensa der IGS Wörth mit Martin Brandl (CDU) und Katrin Rehak-Nitsche (SPD) haben die Landtagsabgeordneten kurzfristig und in Abstimmung miteinander abgesagt. Schüler, Lehrer und Eltern wollten ansprechen, was aktuell gut und was schlecht läuft. Es wäre das falsche Signal und nicht opportun gewesen – sagen beide unisono – an einer Präsenzveranstaltung teilzunehmen, einen Tag nachdem der bundesweite Lockdown verkündet worden war. Er ist aber halt noch nicht da. Bis heute läuft erstmal alles, inklusive Schulbetrieb, weiter. Bis dahin sitzen viele Kinder wie schon die Wochen zuvor in viel zu kleinen Klassenzimmern, in viel zu vollen Bussen, stundenlang die Maske im Gesicht. Sie entscheiden nicht, ob sie kommen oder nicht. Das ist die Realität an den Schulen. Der hätten sich die Politiker stellen sollen.

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