Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Das befürchtete Chaos bleibt aus

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Für einen Großteil der Geschäfte ist der Dienstag der letzte Öffnungstag bis zum 10. Januar. Das befürchtete Chaos aufgrund von Panikkäufen blieb am Montag zunächst aus. Betroffen vom harten Lockdown sind auch die Schulen, dort laufen die Vorbereitungen für die Tage vor und nach den Weihnachtsferien.

Vor knapp einer Woche, als die Debatte um Ladenschließungen noch vor Weihnachten immer mehr Fahrt aufnahm, warnte der Einzelhandelsverband vor „Panikkäufen der Menschen und erhöhtem Kundenaufkommen“. Es wurden „chaotische Zustände“ prophezeit, sollten die Geschäfte mitten im Weihnachtsgeschäft allzu kurzfristig schließen müssen. Seit Sonntag ist nun klar, dass ab Mittwoch tatsächlich ein Großteil der Läden dicht machen muss. Das heißt: Es bleiben nur noch zwei Tage, um viele Einkäufe zu erledigen.

Viel Zeit ist das nicht – viel los ist am frühen Montagnachmittag allerdings in den Geschäften im Kreis nicht. Von Panikkäufen ist keine Spur, chaotische Zustände sehen gewiss anders aus. Im Germersheimer Fachmarktzentrum Stadtkaserne verrät schon der Blick über den Parkplatz, dass hier nicht die Hölle los ist. In der Depot-Filiale tummeln sich zwar einige Kunden, die maximale Anzahl an Besuchern ist allerdings bei weitem nicht erreicht. Ebenso entspannt ist die Lage im AWG Mode Center, wo nur vereinzelt Menschen zwischen Jacken, Pullovern und Hosen herumschlüpfen. Das sei schon die ganze Zeit so, bestätigt Verkäuferin Olga Bobb. „Ich denke, gegen Abend ist etwas mehr Andrang“, sagt sie.

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Der Realität stellen

„Seit Samstag ist mehr los“

Etwas mehr los ist gegen 14 Uhr in Kandel. Auf dem Marktplatz ist zu dieser Zeit kaum noch ein Parkplatz frei. Überlaufen präsentiert sich die Marktstraße, Kandels Einkaufsmeile, aber nicht. Bei Juewlier Pitrov ist kein einziger Kunde im Laden – Zufall, wie sich bald herausstellt. „Heute Vormittag war ganz schön Betrieb“, erzählt Bärbel Newill. Derzeit seien statt drei gleich fünf Mitarbeiter da, um die Kundschaft zu bedienen. Und tatsächlich: Während des kurzen Gesprächs kommen nach und nach Menschen ins Geschäft, schließlich sind alle Verkäuferinnen mit einem Kunden versorgt. „Seit Samstag ist mehr los“, sagt Newill, die das darauf zurückführt, dass sich der harte Lockdown schon da angekündigt hatte. Wenig später hat sich sogar eine kleine Warteschlange vor dem Eingang gebildet.

Das bestätigt auch Bernd Keiber vom Geschenkhaus Stoll. „Der Weihnachtsansturm verlagert sich dieses Jahr nach vorne“, sagt er. „Statt wie üblich am 22. und 23. Dezember kommen die leute eben jetzt noch schnell.“ Die Zwangspause bis zum 10. Januar sei auf jeden Fall schmerzhaft, sagt Keiber. Man habe dann keinen Umsatz, „und was dann an Hilfen kommt, weiß man ja auch nicht“, schiebt er mit kritischem Unterton hinterher.

Die Leute sind hektischer

Am meisten Betrieb ist, zumindest was das Autoaufkommen angeht, am Montagnachmittag am Wörther Maximilian Center. In und vor den Läden selbst sind allerdings auch hier keine Menschenmassen zu entdecken. Bei Jeans Fritz etwa verlieren sich lediglich drei Leute zwischen den Kleiderständern. „Es ist nicht die Hölle los“, erzählt Jana Letzeltr, nachdem sie gerade einen der drei Kunden abkassiert hat. Auch sie hat festgestellt, dass am Samstag recht viel Trubel war. „Es waren zwar nicht unbedingt mehr Leute hier, aber sie waren irgendwie hektischer“, sagt sie. Das tatsächliche Ausmaß des Andrangs wird am Globus Baumarkt am besten ersichtlich. Dort ist am Eingang eine digitale Anzeige aufgestellt: „447 weitere Besucher erlaubt“, steht dort.

Das Fazit des nachmittäglichen Shopping-Streifzugs durch den Landkreis fällt ziemlich eindeutig aus: Von Panikkäufen und chaotischen Zuständen ist weit und breit keine Spur. Lediglich vor zwei Geschäften mussten Menschen die ganze Zeit Schlange stehen. Erstaunlicherweise war das ausgerechnet bei der Drogerie Müller in Wörth sowie beim Feinkost-Laden Lebensart in Kandel der Fall – beide bleiben auch trotz Lockdowns geöffnet. Vielleicht herrscht an diesem Montag aber auch nur die Ruhe vor dem großen Sturm am Dienstag.

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