Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Der Eindruck täuscht

Der Fassbrunnen in Freckenfeld war vergangenes Jahr Ziel von Zerstörungswut.
Der Fassbrunnen in Freckenfeld war vergangenes Jahr Ziel von Zerstörungswut.

Corona ist an vielem schuld. An Vandalismus offenbar nicht.

Der Eindruck, dass gerade Jugendliche ihren im Lockdown angestauten Frust zusehends an Plätzen und Dingen im öffentlichen Raum ablassen, täuscht. Angaben der Polizei zeigen, dass die Fälle in den letzten Jahren nicht signifikant zugenommen haben. Zerstörungswut gab es schon vor der Pandemie, und sie wird sich weiterhin zeigen.

Es sind nicht immer Jugendliche schuld, wenn irgendwo eine Bank kaputt geht oder leere Bierflaschen liegenbleiben. Junge Leute sollten sich draußen treffen können, ohne unter Generalverdacht zu fallen oder misstrauisch beäugt zu werden. Natürlich müssen sie sich an gesellschaftliche Normen halten. Wenn es doch mal irgendwo Probleme gibt, können Jugendpfleger helfen. Sie sind den jungen Leuten nah, genießen ihr Vertrauen. Wenn man vernünftig mit heranwachsenden Menschen redet, die mal aus der Reihe tanzen, wird die eine oder andere Anzeige vielleicht überflüssig.

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