Bellheim
Bei Pendlerradroute wird abgewartet
Auch deshalb hat Planer Michael Berg vom Büro Schönhofen aus Kaiserslautern in der Sitzung des Bellheimer Gemeinderats am vergangenen Donnerstag den aktuellen Planungsstand vorgestellt. Weil eine hochwertige und leistungsfähige Verbindung für den Radverkehr gewollt sei, soll die Pendlerroute auf Bellheimer Gemarkung zwischen der Gemarkungsgrenze zu Germersheim im Norden bis zur Gemarkungsgrenze zu Rülzheim im Süden geführt werden. Sie verlaufe meist über den Wirtschaftsweg an der Bundesstraße 9 über die Anschlussstellen der L 539 entlang, folgt dann dem Wirtschaftsweg an der B 9 über die Anschlussstelle L 509 und über die Kreuzung am Hördter Weg. Insgesamt handelt es sich um eine Strecke von 5,7 Kilometern auf Bellheimer Gemarkung. Der Ortsgemeinderat Bellheim hatte schon in der Sitzung am 2. September 2021 den Ausbau der die drei Meter breite Pendler-Radroute grundsätzlich befürwortet und im November 2023 das Ingenieurbüro Schönhofen beauftragt, sie zu planen. Zuvor hatte der Rat allerdings Zweifel wegen der Planungskosten und das Projekt zunächst abgelehnt.
Förderfähig
Laut Michael Berg befinden sich die Arbeiten noch am Anfang. Vor allem müssten zahlreiche Beschilderungen und Markierungen vorgenommen werden. Auch müsse der Weg von Bewuchs befreit und stellenweise auch ausgebessert werden. Bautechnisch zu klären sei zudem die Querung am Knotenpunkt L 539/B9 (Ölstraße). Die Kosten für das Vorhaben würden sich nach vorsichtiger Schätzung des Ingenieurbüros auf 200.000 bis 230.000 Euro belaufen. Kostenträger wäre die Ortsgemeinde, die den Auftrag erteilt. Allerdings erhoffe man sich Zuschüsse aus dem Förderprogramm „Stadt und Land“. Hier werden Planung und Bau von Radinfrastrukturmaßnahmen mit 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten gefördert, heißt es in der Sitzungsvorlage. Ein Zuschussantrag wäre beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) zu stellen, allerdings erst nach der Planungsphase. Die Ortsgemeinde müsse in Vorleistung treten.
Bedenken
Allerdings, so war der Diskussion im Rat zu entnehmen, gibt es noch einige Bedenken, vor allem deshalb, weil die Route entlang der B 9 derzeit ein Wirtschaftsweg mit Zulassung der „radverkehrlichen Nutzung“ sei. Auch nach der Umwidmung des Weges als Pendler-Radroute müsse der Weg weiterhin als Wirtschaftsweg genutzt werden können, so Ortsbürgermeister Paul Gärtner (FWG). Die Verkehrssicherungs- und die Unterhaltungspflicht bliebe bei der Ortsgemeinde, auf die so höhere Kosten zukommen würden, etwa für den Winterdienst, regelmäßige Kontrollen und die Reinigung nach der Erntezeit. Auch die zahlreichen Schilder, die aufgestellt werden sollen, müssten immer wieder kontrolliert werden. Mehrere Ratsmitglieder äußerten deshalb ihre Bedenken und wünschten sich weitere Informationen vom LBM, der bei der Sitzung nicht vertreten war. Anfragen, die im September bei einer gemeinsamen Sitzung mit den Vertretern des Landes gestellt worden waren, seien bisher noch nicht beantwortet.
Viele Fragen
Nicht nur Thorsten Metz (parteilos) verwies auf ein funktionierendes Radwegenetz. Gerhard Löwer (FDP) meinte, es gebe noch viele Unbekannte bei diesem Projekt. Die Entscheidung wurde schließlich auf Empfehlung von Ortsbürgermeister Gärtner (FWG) vorläufig zurückgestellt. Auch im Nachbarort Rülzheim hatte es bei der Vorstellung noch viele Fragen gegeben, sagte Planer Berg der RHEINPFALZ. Und: In Germersheim seien bisher nur Gespräche mit der Verwaltung geführt worden. Allerdings befinde man sich noch in einem frühen Planungsstadium. Berg sagte zu, die bisher ausgearbeiteten Planunterlagen über die Verwaltung den Fraktionen für deren weitere Beratung zukommen zu lassen.