Wörth Badepark: Nach Millionenverlusten droht Preiserhöhung
Im Januar wollen die Mitglieder des Werkausschusses Bäderbetrieb das Hallenbad und den Badepark bei Vorortterminen in Augenschein nehmen. Das kündigte der erste Beigeordnete Peter Pfaff (CDU), zu dessen Zuständigkeitsbereich die Bäder gehören, in der jüngsten Sitzung des Stadtrats an. Nach der Begehung soll es einen Workshop geben. „Wir müssen uns darüber klar werden, auf welcher Basis wir weitermachen können“, sagte Pfaff mit Blick auf die Pläne für ein Ganzjahresbad. „Möglichst frühzeitig im neuen Jahr müssen wir uns im Stadtrat dann überlegen, was wir wollen und was nicht“, sagte Pfaff.
Kombibad sollte 2024 öffnen
Eigentlich sollte das Kombibad im Badepark schon 2024 eröffnet werden. So sahen es zumindest die Pläne aus dem Jahr 2020 vor. Inzwischen ist das Jahr 2024 vorüber und passiert ist: nichts. Bau- und Planungskosten sind gestiegen, die Pläne wurden mehrfach überarbeitet, verschiedene Varianten ausgearbeitet und immer wieder abgespeckt. Man entschied sich schließlich für eine Variante, die 26,4 Millionen Euro kosten soll. Dafür wurde Mitte des Jahres bei der Kreisverwaltung ein Bauantrag eingereicht. Klar ist inzwischen, dass die Zuschüsse von Bund und Land nicht so fließen werden wie gedacht.
Hallenbad muss saniert werden
Klar ist aber auch, dass das Hallenbad dringend saniert werden muss. Vor gut drei Jahren wurde es notdürftig hergerichtet. Jedes Jahr vor dem Start in die Hallenbadsaison gibt es ein Monitoring durch einen Ingenieur. Der entscheidet dann, ob geöffnet werden darf oder nicht. Es seien in diesem Jahr keine sicherheitsrelevanten Mängel entdeckt worden, antwortete Pfaff auf eine Frage aus dem Rat. Ein Sachverständiger für die nächste Prüfung sei schon beauftragt.
Verlust deutlich höher als eingeplant
Auf der Tagesordnung des Stadtrats standen an diesem Abend eigentlich nur die Jahresabschlüsse der Bäder für 2023 und die Wirtschaftspläne für 2025/2026, die dem Doppelhaushalt der Stadt angefügt werden, der im Februar verabschiedet werden soll. Im Wirtschaftsjahr 2023 weist das Hallenbad einen Verlust von 706.960 Euro aus, veranschlagt waren sogar 844.000 Euro. Das Minus im Badepark betrug 2023 knapp 1,047 Millionen Euro. Der Verlust ist damit deutlich höher als die eingeplanten 811.000 Euro.
Für 2025 wird im Hallenbad mit einem Jahresverlust von 1,195 Millionen Euro gerechnet. Zur Deckung des Betriebskostendefizits muss die Stadt 1,022 Millionen Euro zuschießen. Ähnlich sieht es für 2026 aus: Der Wirtschaftsplan geht von einem Minus von 1,245 Millionen Euro, der Zuschuss der Stadt ist mit 1,079 Millionen Euro veranschlagt.
„Sind im Badepark grundsätzlich zu billig“
Noch etwas düsterer sieht es naturgemäß im Badepark aus. Im Erfolgsplan für 2025 ist ein Defizit von 1,632 Millionen Euro ausgewiesen. Zur Deckung des Betriebskostendefizits ist ein Zuschuss der Stadt in Höhe von 1,526 Millionen Euro veranschlagt. Das Jahresminus wird 2026 voraussichtlich 1,653 Millionen Euro betragen. Der Zuschuss soll dann bei 1,553 Millionen Euro liegen. Alle Jahresrechnungen und Wirtschaftspläne wurden vom Stadtrate einstimmig verabschiedet.
„Wir sollten auf jeden Fall das Tarifgefüge für den Badepark überdenken“, betonte Pfaff. Auch wenn es natürlich die Verluste nicht ausgleichen könne, solle über eine Erhöhung der Eintrittspreise nachgedacht werden. „Wir sind im Badepark grundsätzlich zu billig für das, was wir dort anbieten“, sagte Pfaff.