Wörth
Bürgermeisterwahl: Nitsche und Weiß müssen in die Stichwahl
Sonntag, 18.15 Uhr. Während in der Bienwaldhalle noch konzentriert ausgezählt wird, kommen langsam immer mehr Interessierte in das Foyer der Halle. Ein Ausweichquartier, weil die Festhalle mit einer Theateraufführung belegt ist. Dort wird „Der Gott des Gemetzels“ gegeben. Vor der Leinwand in der Bienwaldhalle wird es in dies mit der Zeit eng. 16 von 18 Wahllokalen sind ausgezählt, als schon fast klar ist, dass es eine Stichwahl geben wird. Zu nah liegen die drei Kandidaten zusammen, auch wenn Amtsinhaber Dennis Nitsche (SPD) mit ein paar Prozentpunkten in Führung liegt. Die Herausforderer Peter Pfaff (CDU) und Steffen Weiß (Freie Wähler) haben ebenfalls um die 30 Prozent.
Kurz nach 18.45 Uhr steht das Ergebnis fest und wird von Wahlleiter Rolf Hammel verkündet. Applaus brandet auf. Das erste Händeschütteln ist zwischen Weiß und Pfaff, dann macht sich der Freie Wähler auf den Weg zum Amtsinhaber. Dennis Nitsche (SPD) und sein Herausforderer Weiß schütteln sich die Hand. Sie treten in zwei Wochen bei der Stichwahl gegeneinander an.
Enttäuschter Amtsinhaber
Nitsche ist die Enttäuschung anzumerken. „Natürlich habe ich auf ein besseres Ergebnis gehofft“, sagt der Sozialdemokrat, der 2016 mit stolzen 54,8 Prozent der abgegebenen Stimmen ins Amt gehievt wurde. Dieses Mal sind es nur 36,3 Prozent. Er habe aber damit gerechnet, in die Stichwahl zu müssen. Sein Problem sei die niedrige Wahlbeteiligung gewesen, meint Nitsche. Diese lag bei gerade einmal bei 45,7 Prozent der Wahlberechtigten. 2016 waren es 67,8 Prozent. Der SPD sei es nicht gelungen, ihre Wähler ausreichend zum Urnengang zu motivieren. Und was bedeutet das für die kommenden zwei Wochen? „Ich werde weiter Wahlkampf machen und noch einmal meine Haustürbesuche intensivieren“, kündigt Nitsche an.
Steffen Weiß hingegen ist ein strahlender Sieger. „Genial“, lautet sein erster Kommentar. Sein Ziel sei ein Drittel der Stimmen gewesen, genau das habe er erreicht. Bei nur zwei Sitzen der Freien Wähler im Stadtrat sei es ein großer Erfolg gewesen, aus dem Stand auf 33,3 Prozent zu kommen. Er werde an seinem bisherigen Wahlkampf nichts ändern. „Ich habe bisher keine Haustürbesuche gemacht, und ich werde auch in den kommenden zwei Wochen keine Haustürbesuche machen“, sagt Weiß. Auffallend sei, so Weiß, dass er in keinen der neun Stimmbezirke gewonnen. „Aber insgesamt hat es für Platz zwei gereicht.“
Pfaff gewinnt in seinem Heimatort Maximiliansau
Mit seinem Ergebnis von 30,4 Prozent sei er zufrieden, sagt Peter Pfaff (CDU). „Aber natürlich habe ich nach fünf Monaten Wahlkampf gehofft, in die Stichwahl zu kommen. Es war ja auch sehr knapp, ein Kopf-an-Kopf-Rennen.“ Gefreut habe ihn, dass er den Ortsbezirk Maximiliansau gewonnen habe. Dort erhielt Pfaff 34,5 Prozent der Stimmen, Nitsche 33,8 Prozent und Weiß 31,7 Prozent. „Mir war es wichtig, meinen Heimatort zu gewinnen“, betont Pfaff.
Eher enttäuschend ist dagegen Pfaffs Abschneiden im Ortsbezirk Wörth, dort wollten ihn nur 23,6 Prozent der Wähler auf dem Chefsessel im Rathaus sehen. Die meisten Stimmen in Wörth erhielt Nitsche mit 39,1 Prozent. Er lag damit allerdings nur denkbar knapp vor Weiß, für den 37,3 Prozent der Wähler stimmten.
150 Helfer in den Wahllokalen
Äußerst enttäuschend ist das Ergebnis von Nitsche in Büchelberg, dort erhielt er gerade einmal 49 Stimmen (11,4 Prozent). Pfaff gewann im kleinsten Wörther Ortsbezirk haushoch. Er holte 58,8 Prozent, 29,8 Prozent wählten Weiß. Ganz anders sieht es in Schaidt aus. Dort kann der Amtsinhaber auf eine breite Wählerbasis bauen. Für Nitsche stimmten 45,6 Prozent der Wähler, für Pfaff 31,8 Prozent und für Weiß 22,6 Prozent.
Wahlleiter Rolf Hammel weist darauf hin, dass es sein könne, dass am Montag noch letzte Briefe der Briefwahl eintrudeln. Das könnte Briefe betreffen, die nicht bei der Stadt direkt eingeworfen wurden, sondern über den Postweg in die Verwaltung gelangen sollten. Gezählt werden sie nicht mehr. Hammel bedankte sich bei den 150 Helfern, die in den Wahllokalen im Einsatz waren. Und noch ein kleines Schmankerl hatte er zu berichten. „Den letzten Wähler habe ich um Punkt 18 Uhr im Wahllokal in der Bienwaldhalle persönlich zu seiner Wahlkabine geleitet.“ Diese Stimme war natürlich noch gültig.
Am Dienstag, 14. November, tagt um 16 Uhr im Besprechungszimmer 213 des Rathauses der Wahlausschuss in öffentlicher Sitzung. Einziger Tagesordnungspunkt ist die offizielle Feststellung der des Wahlergebnisses.
