Wörth
Bürgermeister lässt Traum von Umzug des Tennis Clubs platzen
„Seit 2017 beschäftigt unseren Verein die Verlagerung unserer Anlage an das Schauffele-Gelände. Wir wollten eigentlich dringend notwendige Renovierungen vornehmen, aber die Möglichkeit des Umzugs war das Beste, was uns als Verein passieren konnte“, sagte der Vorsitzende des Tennis Clubs Wörth, Axel Schmitz in der Jahresversammlung.
Bekanntlich wurde von der neuen Stadtratsmehrheit den Plänen einer weiteren Ansiedlung auf dem Dorschberg durch die Verlagerung der Sportanlagen eine Absage erteilt. Dafür gab es von Vereinen schon harte Kritik. „Dennoch sahen wir als Tennis Club noch eine Zeitlang die Chance einer Verlagerung aufgrund verschiedener Aussagen. Schließlich sind unsere Gründe für einen Umzug ellenlang. Zum einen müssen die Plätze jedes Jahr von einer Firma saniert werden, zum anderen können wir energetisch nichts am Gebäude verändern.“
Bürgermeister: Gäbe kein Geld vom Land
Bürgermeister Steffen Weiß stellte in der Versammlung die Entwicklung aus seiner Sicht dar, da sie ihn seit Beginn seiner Amtszeit „durch unterschiedliche Aussagen verfolge.“ Entscheidend für ihn seien Beschlüsse der Gremien und vorhandene Gelder. Dazu führte er die angespannte Haushaltslage an, nach der 53 Millionen Euro Kreditaufnahme erforderlich seien. Für das Schauffele-Gelände seien 33 Millionen Euro aufzuwenden – ohne Tennishalle und ohne die wohl gewünschte Dreifelderhalle, Nach dem 2018 vom Stadtrat gefassten Beschluss könnte nach Aussage der Fachleute erst 2030 der erste Ball rollen. „Zudem ist keine Förderung des Landes zu erwarten, da eine Verlagerung der Schul-Sportstätten nahe bei den Schulen erfolgen müsse, was beim Schauffele-Gelände nicht der Fall wäre.“
Weiß sprach auch eine mögliche Reduzierung der Fläche des Badeparks an, an, wohin dann der Tennis Club umziehen könnte. „Mit der Reduzierung der Mittel der Stadt für den Kunstrasenplatz in Büchelberg ist in Wörth eine Zeitenwende eingetreten. Wir brauchen Planungssicherheiten. Es muss alles bezahlbar sein“, – so der Bürgermeister. Sein Ratschlag an den Tennis Club: „Nehmen Sie einen Kredit auf und planen und sanieren Sie hier vor Ort.“ Er erwähnte auch, dass die Stadt in Zukunft ein Bauförderungsprogramm mit 200 000 bis 300 000 Euro für die Vereine plane.
Unterschiedlicher Blick auf „Zusagen“
„Ich bin schwer enttäuscht. Anfang des Jahres hatte ich mehrfach noch ganz andere Zusagen für unsere Verlagerung“, reagierte Schmitz und verwies darauf, dass Weiß Zusagen gemacht habe – worauf der Bürgermeister sofort widersprach. Doch der zweite Vorsitzende und Sportwart des Tennis Clubs, Axel Schulz, der beim betreffenden Gespräch dabei war, unterstützte seinen Vorsitzenden, dass diese Zusagen gemacht worden seien. Er erklärte, dass die Stadt nochmal prüfen sollte, ob eine Verlagerung des TC Wörth unter Inanspruchnahme der möglichen Fördermittel nicht doch zeitnah möglich wäre.
Der Vorstand werde sich jetzt um die zu treffenden Maßnahmen kümmern und dann die Mitglieder informieren. Man könne nicht noch weiter warten, bis eventuell eine Verlagerung in ein paar Jahren in das Badepark-Gelände anstehen würde. „Schließlich steigen die Kosten, die wir zum damaligen Zeitpunkt gehabt hätten, von Jahr zu Jahr“, beschloss Schmitz diesen Tagesordnungspunkt.
Zuvor wurden verdiente Mitglieder geehrt: Für zehnjährige Mitgliedschaft wurden Erich Zimmerer, Vincent Goldschmitt, Johanna Gemenetzi und Ive von Rieth mit Urkunde und Nadel geehrt, für 25 Jahre Johannes Kempf und für 50 Jahre Ulrich Trösch, Günter Merz und Stefan Jung. Erfreulich ist für den Verein auch die erneute Zunahme an Mitgliedern auf jetzt 224.