Wörth RHEINPFALZ Plus Artikel Sportler fordern bessere Trainingsbedingungen

Trainieren kann man in der Sporthalle des Europa-Gymnasiums derzeit nur sehr eingschränkt.
Trainieren kann man in der Sporthalle des Europa-Gymnasiums derzeit nur sehr eingschränkt.

Um die Sportanlagen in der Stadt Wörth ist es nicht gut bestellt. Vor allem Leichtathleten und Basketballer klagten jüngst über schlechte Trainingsbedingungen. Peter Poreba, Vorsitzender des Turnvereins, hat nun einen Brandbrief verfasst.

Die Laufbahn im Wörther Stadion sei ein riesiges Käseloch, schreibt Peter Poreba. Gerd Förster, Abteilungsleiter der Leichtathleten im TV 03, habe sich in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder an die Stadt gewandt. „Die bisherigen Löcher wurden von der Stadt Wörth noch nicht einmal in Augenschein genommen oder gar repariert“, ärgert sich Poreba. Von der Weitsprunganlage wolle er gar nicht erst reden. Bei der kürzlich abgehaltenen Mitgliederversammlung des Turnvereins hatten sich die Sportler darüber beklagt, dass es in der Sprunggrube Unebenheiten gebe. Derzeit können in Wörth keine Leichtathletik-Wettkämpfe ausgerichtet werden, weil das die Bedingungen nicht erlauben. „Dass die Schule sogar den Kunstrasenplatz zum Speerwurf nutzt, ist einfach ungeheuerlich“, meint Poreba. Gerichtet hat er sein Schreiben an Bürgermeister Steffen Weiß (FWG) und Landrat Martin Brandl (CDU).

Brandl hat er mit in den Verteiler genommen, weil sich auch die Basketballer des Turnvereins über ihre Situation beklagen. In der Vergangenheit haben sie in der Regel in der Sporthalle des Europa-Gymnasiums trainiert. Die Schule ist in der Trägerschaft des Landkreises. Schon längere Zeit ist die Sporthalle eine Baustelle. Weil im Januar Wasser in die Halle eingedrungen ist, ist auch der Sportunterricht dort nur sehr eingeschränkt möglich. Seit mehreren Jahren könnten die Basketballer einen Wettkampfstatus nicht ausüben, da ihnen der Zutritt zur Sporthalle des Gymnasiums immer wieder verwehrt werde. „Mal kann die Sportfläche nicht genutzt werden, mal die Duschen. Mehrere Anfragen bei der Kreisverwaltung heben einfach kein Gehör gefunden. Selbst ein Ablaufplan der Bauarbeiten wurde mir zugesichert, nichts kam von der Kreisverwaltung. Einfach nur ärgerlich“, so Poreba, der bei Mitgliederversammlung für zwei weitere Jahre als Vorsitzender bestätigt wurde. Mit über 1700 Mitgliedern ist der TV 03 Wörth der größte Verein in der Südpfalz.

Auch andere Vereine betroffen

Aber Poreba nimmt auch die anderen Vereine mit ins Boot. Die Duschen im Vereinsheim von Bavaria Wörth seien eine Katastrophe. „Sollte ein Gastverein sich öffentlich dazu äußern, ist eine Untersagung des Spielbetriebs durch das Gesundheitsamt vorprogrammiert. Wollen Sie das?“, richtet er sich an Bürgermeister Weiß.

Die Vereine seien davon ausgegangen, dass die Sportstätten auf das Schauffele-Gelände verlegt würden, so Poreba. Immerhin gab es im Jahr 2018 einen entsprechenden Stadtratsbeschluss. Es habe in den vergangenen Jahren etliche Treffen der Vereine und Runde tische zu diesem Thema gegeben, bei dem Wünsche, Anregungen und Bedenken vorgetragen worden seien. Das solle alles umsonst gewesen sei. CDU und FWG, die im Stadtrat eine Mehrheitskoalition bilden, hatten bei der Kommunalwahl im Juni angekündigt, dass sie das Schauffele-Projekt stoppen wollen.

Schauffele-Projekt wieder Thema im Stadtrat

In seiner Sitzung am Dienstagabend (19 Uhr, Rathaus) beschäftigt sich der Stadtrat mit einem gemeinsamen Antrag von CDU und FWG zum Stopp des Bebauungsplanverfahrens „Verlagerung der Sportstätten auf das ehemalige Schauffele-Gelände und Entwicklung eines neuen Stadtteils auf dem Dorschberg“. Als einen wesentlichen Grund führen die Koalitionäre die unkontrollierbaren Kosten an. Auf dem Schauffele-Gelände solle vielmehr die Ansiedlung zukunftsträchtiger Unternehmen, aber auch eines Hotelbetriebs geprüft und ermöglicht werden. Dass der Antrag angenommen wird, gilt als sicher.

Poreba hat bei seiner Generalkritik auch die Situation der Schwimmer im Blick. „Ganzjahresbad ja, Ganzjahresbad nein, Hallenbad ja, Hallenbad nein. Wie soll sich ein Verein auf die zukünftige Vereinsarbeit konzentrieren?“, fragt sich der Vorsitzende des Turnvereins, der als SPD-Mitglied im Ortsbeirat Wörth sitzt und in der vergangenen Legislaturperiode auch im Mitglied im städtischen Bäderausschuss war. Er könne deshalb ein Lied davon singen, „wie die Maschinen im Hallenbad ihre Lebensdauer bereits deutlich überschritten haben. Wird eines Tages einfach ein Stopp ausgerufen und das war es?“

Poreba spricht von einer Politik, „die sich absolut nicht einig ist und das auf den Schultern der Vereine“ austrage. Ihm sei die Hutschnur gerissen, sagt Poreba. Er sehe keine eindeutige Perspektive und frage sich, wie der Bürgermeister zu seinen Sportvereinen in Wörth stehe. „Die Vereine müssen doch endlich Gehör finden“, fordert Poreba.

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