Wörth
Ampel soll Schüler vor Autos schützen
„Die Ampel ist ein Provisorium, weil wir die ganze Straße sanieren werden“, sagt Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD). Ursprünglich sollte die Bedarfsampel als „Schüler-Ampel“ nur von 7.30 bis 8 und von 11 bis 13 Uhr in Betrieb sein. Von dieser Idee ist die Stadtverwaltung wieder abgekommen: Sie steht jetzt ganztags zur Verfügung.
Offen ist noch, ob nach der Sanierung der Ludwigsstraße die Ampel dann auf Dauer dort stehen wird. „Was am Ende kommt – Ampel oder Zebrastreifen – wird sich im Planungsprozess ergeben“, so Nitsche: „Die Erfahrungen aus dem Betrieb der Ampel werden wir einfließen lassen in die anstehende tiefgreifende Umgestaltung der Ludwig-/Luitpold- und Bahnhofstraße. Die Aufnahme der Planungen ist für 2022 vorgesehen.“
Versuch 2005 gescheitert
Möglich wurde die Aufstellung der Ampel durch die Abstufung der Ortsdurchfahrt aus Richtung Jockgrim (Luitpoldstraße/Ludwigsstraße) von einer Landesstraße zur Gemeindestraße. Denn bereits 2005 wurden die Ampelpläne nach einem Versuch mit einer provisorischen Ampel wieder zu den Akten gelegt. Die Ampel stand damals von März bis Ende Juli vor dem Alten Rathaus. Zählungen ergaben aber, dass zu wenige Fußgänger die Ampel nutzen, um sie als Dauereinrichtung zu betreiben.
So zählte die Stadt beispielsweise in 90 Minuten jeweils zu Schulbeginn und -ende: Morgens waren es bei einer Zählung 46 Fußgänger, davon 7 Kinder, die die Straße an der Ampel überquerten, mittags 68, davon 18 Kinder. Zu niedrig erschienen damals auch die Zahlen der Autos. In den 90 Minuten passierten morgens und mittags etwa 530 Personenwagen und um die 20 Lastwagen die Ludwigsstraße.
Kinder warten nicht auf Grün
Nach den Richtlinien des Landes waren die Fußgänger- und Autozahlen zu klein für den Bau eines Fußgängerüberwegs. Zweifel am Sinn einer Ampel kamen aber auch aus Elternkreisen. Bei einem Versuch mit Schülerlotsen erzählte eine Mutter vor einem Jahr, der Versuch sei 2005 auch gescheitert, weil die Kinder die Ampel nicht annahmen: „Die Kinder gingen einfach links oder rechts vorbei, weil ihnen das Umschalten von Rot auf Grün zu lange dauerte“, erinnerte sie sich.