Wochen-Spitzen
Ach du dickes Ei
Idyllisch
„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche – Durch des Frühlings holden, belebenden Blick, – Im Tale grünet Hoffnungsglück; – Der alte Winter, in seiner Schwäche, – Zog sich in rauhe Berge zurück.“ Das ist der Beginn von Goethes „Osterspaziergang“. Einen solchen unternahmen zahlreiche Südpfälzer am vergangenen verlängerten Wochenende. Das Wetter lud förmlich dazu ein, ins Freie zu gehen – nicht nur sonntags auch montags. Einer seit Jahresbeginn währenden Tradition folgend machten sich in den Ostermontagabendstunden auch die sogenannten Montagsspaziergänger wieder (unangemeldet) auf den Weg: laut Polizei jeweils rund 50 in Bellheim und Landau sowie jeweils rund zehn in Bad Bergzabern und Kandel. Wer hätte das gedacht, noch dazu in Zeiten, in denen die Maskenpflicht und auch sonst fast alle pandemiebedingten Einschränkungen weitgehend entfallen sind? Aber das Wetter war schön und Bewegung an der frischen Luft tut gut. Noch dazu in Gemeinschaft. Und um auch mit des Dichterfürsten „Osterspaziergang“ zu schließen: „Ich höre schon des Dorfs Getümmel, – Hier ist des Volkes wahrer Himmel, – Zufrieden jauchzet groß und klein: – Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!“
Eklig
Keinen so guten Lauf hatte der Mitarbeiter einer Entsorgungsfirma, der am Karfreitag nach Rheinzabern gerufen wurde. Dort war eine Abwasserleitung gebrochen und hatte ihren Inhalt auf die umliegenden Felder verteilt. Nachdem die Bruchstelle freigelegt worden war und der Mann mit einem Schlauch eine Druckspülung vornehmen wollte, tat sich plötzlich unter ihm die Erde auf – und verschluckte ihn. Also er stürzte hinab und mitten hinein in das mit stinkender brauner Brühe gefüllte tiefe Loch. Igitt wie eklig! Es muss die Hölle für ihn gewesen sein. Zum Glück war schnell eine Leiter zur Hand, um den Mann unverletzt aus seiner üblen Lage zu befreien. Denn das hätte auch schlimm ausgehen können. So konnte er nach Ostern wieder arbeiten.
Blutig
Nach Ostern weiterarbeiten konnte vermutlich auch ein Fernfahrer, der von der Polizei mehr oder weniger genötigt worden war, seinen Laster vorerst stehen zu lassen. Dem Ganzen war ein Osterfest der etwas anderen Art vorausgegangen. Während des Trinkgelages mehrerer Brummifahrer auf dem Tankhof an der B9 gerieten sich am Sonntag zwei Trucker in die Haare. Und zwar so sehr, dass einer der beiden im Krankenhaus behandelt werden musste. Da ein Alkotest beim anderen 2,2 Promille anzeigte, erhielt er eine Sonderbehandlung durch die Beamten vor Ort und durfte erst mal nicht weiterfahren. Denn sonst hätte die Gefahr bestanden, dass jemand unterwegs mehr als nur zwei Zähne verliert wie der Widersacher in der Schlägerei.
Ein schönes Wochenende
Michael Gottschalk