Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel 8 Jahre Planung: Der steinige Weg zum Mensa-Neubau in Kandel

Der Richtstrauß weht auf dem Rohbau der Mensa auf dem Schulhof der Ludwig-Riedinger-Grundschule.
Der Richtstrauß weht auf dem Rohbau der Mensa auf dem Schulhof der Ludwig-Riedinger-Grundschule.

Nach Jahren voller Hürden konnte endlich das Richtfest für den neuen Mensa-Bau an der Grundschule in Kandel gefeiert werden. Doch der Weg dorthin war steinig.

Der Richtstrauß weht über der Mensa. Auch wenn man ihn von der Marktstraße aus gar nicht sehen kann. Endlich! Nach Fertigstellung des Rohbaus auf dem Schulhof der Ludwig-Riedinger-Grundschule in der Kandeler Marktstraße konnte am Freitag das traditionelle Richtfest gefeiert werden.

Und zwar für ein zweistöckiges Gebäude, in dem die Ganztagsschüler künftig wohl nicht nur ihr Mittagessen einnehmen können, das zuvor in einer eigenen Küche zubereitet wird. Denn darüber hinaus werden die Räumlichkeiten vermutlich auch für weitere Angebote der großen Ganztagsschule in Angebotsform genutzt.

Richtige Ganztagsschulen brauchen, wie man seit Langem weiß, auch andere Räume als nur Klassenzimmer, in denen der Unterricht stattfindet. Denn die Kinder sind ja den ganzen Tag über, bis 16 Uhr in der Regel, in der Schule und wollen hier nicht nur lesen, schreiben und rechnen.

Erster Beschluss vor acht Jahren

Bürgermeister Mike Schönlaub freute sich, dass viele Besucher gekommen waren. Er deutete an, dass man wohl mit Beginn des Schuljahres 2026/27 die Einrichtung in Betrieb nehmen werde. Moderne, helle und offen Räumlichkeiten stünden der Schule dann zur Verfügung und könnten in vielfältiger Weise genutzt werden.

Der langjährige Mitarbeiter der Bauverwaltung und frühere Projektleiter für den Mensa-Neubau, Andreas Reininger, erinnerte an den langen und steinigen Weg bis hin zum Baubeginn im vergangenen Jahr. Reininger ging auch der Frage nach, warum alles so lange gedauert habe und nun auch noch viel teurer geworden sei, als man ursprünglich angenommen hatte.

Vor acht Jahren sei der Beschluss gefasst worden, es folgte 2018 ein Architektenwettbewerb, aus dem das Büro zwo/elf aus Karlsruhe als Sieger hervorgegangen sei. Viele Fragen habe man beantworten müssen, so auch die, ob in einem solchen Neubau eine Toilette erforderlich sei oder wozu man einen zusätzlichen Unterrichtssaal brauche.

„Wir wären längst fertig“

Drei Klassen der Grundschule seien derzeit ausgelagert, so Reininger, der hinter die Schulbaurichtlinien des Landes ein großes Fragezeichen zu setzen vermochte. Denn danach habe sich der, in den Augen der Verbandsgemeinde Kandel nur bescheidene Landeszuschuss in Höhe von 1,1 Millionen Euro gerichtet, bei damals angenommenen Sachkosten in Höhe von 6,1 Millionen Euro. Man verlor viel Zeit mit neuen Verhandlungen, die leider letztlich kein Mehr an Zuschüssen gebracht hätten. „Wir wären längst fertig“, so Reininger, wenn man auf den Landeszuschuss verzichtet und zu besseren Konditionen (Zinsen, Baukosten) unmittelbar nach der Beschlussfassung gebaut hätte. Derzeit rechne man mit Gesamtkosten in Höhe von 8,4 Millionen Euro.

Matthias Tebbert vom Planungsbüro zwo/elf lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit den zehn weiteren Fachplanern, die hier mitgearbeitet hätten, und vor allem mit den Handwerksbetrieben. Dass die erste Erdbaufirma Insolvenz habe anmelden müssen, führte zu einer zeitlichen Verzögerung.

Schließlich durfte der aktuelle Projektleiter, Daniel Cypria von der Bauabteilung, den Richtspruch vortragen, und Bürgermeister Mike Schönlaub stieg mit ihm aufs Gerüst, um auf die glückliche Fertigstellung das erste Glas Sekt zu leeren und dieses dann an einer der massiven Betonwände zerschellen zu lassen.

Festakt mit Gästen im Mensa-Rohbau.
Festakt mit Gästen im Mensa-Rohbau.
Blick auf den Mensa-Rohbau an der Marktstraße in Kandel.
Blick auf den Mensa-Rohbau an der Marktstraße in Kandel.
Mehr zum Thema
x