Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel 33 Hektar zusätzlich für Wohnungen

Mehr Platz für Neubauten im Kreis geschaffen.
Mehr Platz für Neubauten im Kreis geschaffen.

Der Regionalplan soll geändert werden. Er legt fest, wo die Gemeinden Wohn- und Gewerbegebiete ausweisen dürfen. Die Vorschläge der Planer können jetzt diskutiert werden. In vielen Orten wollen sie zusätzliche Baugebiete erlauben. Mehr Gewerbe aber nur in einer Kommune.

Erstellt wird der Regionale Raumordnungsplan vom Regionalverband Rhein-Neckar in Mannheim. Er umfasst ein Gebiet vom Odenwald bis in die Südpfalz. Der jetzt noch gültige Plan stammt aus dem Jahr 2014. Festgelegt werden außer den Bau- und Gewerbegebieten auch sogenannten „Vorrangflächen“ für bestimmte Zwecke: beispielsweise Naturschutz und Rohstoff-Gewinnung (Kiesabbau). An den Vorrangflächen wollen die Regionalplaner nichts ändern. Aber bezüglich der Ausweisung von Wohngebieten greifen sie ein Stück weit die Kritik der Gemeinden am Plan 2014 auf. Viele Kommunen fanden nämlich, dass ihnen zu wenige Möglichkeiten für die Entwicklung von Baugebieten erlaubt wurden. Für 13 Gemeinden im Kreis könnte sich daran etwas ändern, ihnen werden im Änderungsplan Flächen für die „potenzielle Siedlungserweiterung Wohnen“ zugestanden: insgesamt 37,3 Hektar. Die Flächen verteilen sich folgt:

  • Freisbach, 1 Hektar am nördlichen Ortsrand;
  • Schwegenheim, 0,8 Hektar am nordöstlichen Ortsrand;
  • Lingenfeld, 4,6 Hektar am nördlichen Ortsrand;
  • Westheim, 0,7 Hektar am südlichen Ortsrand;
  • Zeiskam, 2,9 Hektar am südlichen Ortsrand;
  • Ottersheim, 3,1 Hektar am westlichen Ortsrand;
  • Hatzenbühl, 1,8 Hektar am nördlichen Ortsrand;
  • Neupotz, 3,7 Hektar südöstlich des Bereichs Hardtwald und 1,9 Hektar am östlichen Ortrand;
  • Jockgrim, 0,8 Hektar am östlichen Ortsrand;
  • Kandel, 1 Hektar am westlichen Stadtrand;
  • Minfeld, 2,2 Hektar am westlichen Ortsrand;
  • Wörth, 4,4 Hektar westlich des Bereichs Abtswald;
  • Hagenbach, 2,1 Hektar am nördlichen Ortsrand.

In Sachen Gewerbe- und Industriegebiete soll sich nach dem Willen der Planer nur in zwei Gemeinden etwas ändern. Rheinzabern bekommt nördlich des Ortes auf 1,1 Hektar die Möglichkeit, Gewerbe anzusiedeln. Das große Rad wird aber in Wörth gedreht. Der Grund: Die Stadt Wörth und die Verbandsgemeinde Kandel wollen ein gemeinsames, am Ende über 100 Hektar großes „Interkommunales Gewerbegebiet“ ausweisen.Weil der Regionalplan bisher dafür keinerlei Möglichkeit vorsieht, gingen sie den Weg eines Zielabweichungsverfahrens. Dieses wird bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (Neustadt) geführt. Im Erfolgsfalle kommt es der Erlaubnis gleich, sich über die Vorgaben des Regionalplans hinwegzusetzen. An diesen Plänen war anfangs auch die Verbandsgemeinde Hagenbach mit Flächen auf der Gemarkung der Stadt Hagenbach beteiligt. Der Hagenbacher Stadtrat hat sich aber mittlerweile gegen eine Beteiligung entschieden.

Der Regionalverband Rhein-Neckar lehnt die Pläne für ein „Interkommunales Gewerbegebiet“ ab. Sie seien überdimensioniert. Eine Rolle spielen auch grundsätzliche Erwägungen. „Wenn man in diesen Dimensionen Zielabweichung zulässt, stellt sich die Frage, warum man einen Raumordnungsplan überhaupt hat“, sagte der Chefplaner beim Regionalverband, Christoph Trinemeier: „Dann brauchen wir auch nichts mehr zu planen.“

„Gegenangebot“ in Sachen Gewerbe und Industrie

Quasi im Gegenzug bietet der Regionalverband mit der geplanten Änderung Wörth die Möglichkeit an, auf insgesamt 81,5 Hektar Gewerbe- oder Industrieflächen auszuweisen:

39,1 Hektar zwischen dem Gewerbegebiet Oberwald und den Baggersee Rathjens direkt an der Straße zum Hafen und zur geplanten 2. Rheinbrücke;32,5 Hektar im Dreieck zwischen der Bahnlinie Maximiliansau-Lauterbourg und der A 65, direkt anschließend an eine Wohngegend;9,9 Hektar zwischen Bahnhof Wörth und dem Schauffele-See.Für den Bereich Kandel machen die Regionalplaner keinen Vorschlag und bleiben damit bei ihrer völligen Ablehnung. Die Stadt Wörth und die Verbandsgemeinde Kandel haben angekündigt, dass sie an ihren Plänen festhalten werden.

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