Kommentar
Einen Schritt weiter

Wörth und Kandel haben das Gefühl, bei der bisherigen Regionalplanung zu kurz gekommen zu sein. Und bei den Plänen des Verbandes Rhein-Neckar gibt es in der Tat Merkwürdigkeiten:
Zum Beispiel erlaubt der derzeit noch geltende Raumordnungsplan für den südlichen Kreis Germersheim nur die Ansiedelung von Speditionen. Forschungseinrichtungen sollen dagegen nur im Raum Ludwigshafen zulässig sein. Dass der Raum Wörth/Hagenbach/Kandel direkt an Raum Karlsruhe mit einer ausgeprägten Forschungslandschaft und einem daraus resultierenden großen Flächenbedarf grenzt: das wird von den Planern in Mannheim bisher ignoriert. Im April soll der Plan fortgeschrieben werden; dann wird man sehen, wie weit die Regionalplaner genau den Interessen in der Südpfalz entgegen kommen.
So gesehen hat der Regionalverband es sich selbst zuzuschreiben, wenn Wörth und Kandel einen Weg suchen, um aus dem Planungsverband auszuscheren. Die Konsequenz muss aber keine planerische Anarchie sein. Die Frage ist vielmehr, ob die Gemeinden im Südkreis Germersheim in der Region Rhein-Neckar richtig aufgehoben ist. Allerdings ist im Planungsausschuss des Verbands Rhein-Neckar die Südpfalz mit einigen prominenten Namen vertreten. Und der Ausschuss hat die Pläne von Wörth und Kandel einstimmig abgelehnt.
Ob die beiden Kommunen in einem Planungsverbund mit Karlsruhe glücklicher wären, scheint sehr zweifelhaft: Die Diskussion um die 2. Rheinbrücke hat deutlich gezeigt, dass die derzeit treibenden Kräfte in der Stadt Karlsruhe die wechselseitigen Verflechtungen mit der Südpfalz samt der sich daraus ergebenden Möglichkeiten weitgehend ignorieren. Wörth und Kandel sind da einen großen Schritt weiter.
