Kandel
Ärztemangel: Bauplätze als Köder nicht geeignet
Gewissermaßen als „Glücksfee“ betätigten durfte sich bei der letzten Sitzung des Stadtrates dessen ältestes Ratsmitglied, Heinz Blankart von der SPD-Fraktion. In der kleinen Urne, die Verena Sticha von der Bauabteilung der Verwaltung vorbereitet hatte, befanden sich Zettel mit Nummern, ganz ohne Namen. Sie standen für die Interessenten, die sich für einen der sechs Bauplätze interessieren, die der Stadtrat vor zwei Jahren aus einem ganz bestimmten Zweck zurückgehalten hatte.
Die sechs Plätze waren gedacht für Ärzte, die sich in Kandel niederlassen möchten. Gewünscht waren vor allem Allgemeinmediziner, die auch als Hausärzte hätten tätig werden wollen. Sie hätten ihren Bauplatz sogar zu einem Vorzugspreis bekommen, ein Vorgehen, das mit der Kommunalaufsicht abgesprochen war. Denn einerseits steckt die Stadt tief in einem finanziellen Dilemma, hat derzeit noch keinen genehmigten Haushaltsplan.
Andererseits ist da aber auch der Ärztemangel, über den sich so viele beklagen. Das Zuckerl, das hier in Form eines günstigen Kaufpreises für einen Bauplatz im Baugebiet „Nordwest K2“ ausgelegt worden war, lockte aber auch nach zwei Jahren keinen Mediziner an. Für einen der Bauplätze, im Rosenweg 9 gelegen, hatte sich allerdings überhaupt kein Interessent gemeldet, er war übrigens mit 604 Quadratmetern auch der größte und wäre der teuerste geworden. Heiß begehrt waren dafür die kleineren Grundstücke „Narzissenweg 31“ und „Holunderweg 2“. Wie Verena Sticha gestern auf Anfrage mitteilte, habe sie das Ergebnis der öffentlichen Verlosung den „Gewinnern“ bereits mitgeteilt.
