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Daniel Beisel und Manfred Göbel (links) mit Original und Modell der Zugmaschine.
Daniel Beisel und Manfred Göbel (links) mit Original und Modell der Zugmaschine.

Gekauft hat sie der Uropa – und dann von einer Schaustellergeneration an die nächste weitergegeben: die Zugmaschine Kramer U800, die dieses Jahr bei Wurstmarktaufzug wieder die Blicke auf sich zog. Dass sie noch läuft, ist Ingenieur und Tüftler Manfred Göbel zu verdanken. Er überraschte seinen Auftraggeber Daniel Beisel mit einem besonderen Geschenk.

Bis auf den Motorblock hat Manfred Göbel von 2013 bis 2017 die Kramer Allrad Zugmaschine, die sich im Besitz des Dürkheimer Schaustellers Daniel Beisel befindet, komplett auseinander genommen, restauriert, repariert und dann wieder zusammengebaut.

Das Fahrzeug mit der Bezeichnung Kramer U800 wurde 1960 in Gottmadingen am Bodensee gebaut. „Das war schon eine große Sache, denn überall mussten Schäden behoben werden“, sagt der Tiefbauingenieur, der allein das Getriebe in 200 Teile zerlegt hatte. „Die Teile, die ich nicht selbst wiederherstellen konnte, habe ich im Internet über Oldtimer-Freunde bestellt“, berichtet Göbel.

Den Auftrag hat der Tüftler, der früher einen Bagger-Betrieb geleitet hat, von Beisel bekommen. „Ich habe ein bisschen Ahnung von der Materie“, sagt der 76-Jährige schmunzelnd. Beisels Idee war es, das Fahrzeug zum 600. Wurstmarkt 2017 beim Umzug der Schausteller zu präsentieren.

350 Arbeitsstunden

„Ich bin mit meiner Arbeit zwei Stunden vor Umzugsbeginn fertig geworden und habe die Luft angehalten, ob die Maschine überhaupt anspringt“, erinnert sich Göbel. Die Feuertaufe habe erst am Wurstmarkt stattgefunden, aber es klappte alles wunderbar. „Als das Fahrzeug damals fertig war, stand es noch einige Tage bei mir in der Halle und da bin ich auf die Idee gekommen, es nachzubauen“, erklärt Göbel, der dann sofort alle Maße von der Maschine genommen und sie in die Maßstabsgröße 1:12,5 übertragen habe.

„Als ich mich dran gemacht und das Ding gebaut habe, hat meine Frau gesagt, ich solle gleich eins für den Herrn Beisel mit anfertigen. Das habe ich dann auch gemacht“, erklärt der Dürkheimer, der für den Bau jeweils 350 Arbeitsstunden investiert hat und damit 2019 fertig wurde. Aufgrund der Coronakrise habe er bis zum heutigen Zeitpunkt gewartet, um es den Beisels zu übergeben.

„Das Fahrzeug hat mein Uropa, Otto Barth, damals gekauft. Seitdem ist es im Familienbesitz und war bei uns beim Autoscooter und der Gokart-Bahn im Einsatz“, erklärt Daniel Beisel, der als Schausteller in der fünften Generation zurzeit mit einer Kindereisenbahn und Imbissständen auf dem Wurstmarkt vertreten ist.

Lichter leuchten innen und außen

„Vor ein paar Tagen rief Manfred Göbel bei mir an, um mitzuteilen, dass er unsere Kramer Zugmaschine mit Anhänger als Modell aus Metall nachgebaut habe und es mir als Geschenk überreichen wolle“, erklärt Beisel, der sich sehr herzlich bei Manfred Göbel bedankte. Alles sei bis in das letzte Detail funktionsfähig. „Da geht die Seilwinde, da geht der kleine Kran, da leuchten innen und außen die Lichter und es fährt vorwärts und rückwärts. Alles kann über eine Fernbedienung gesteuert werden“.

Das ebenfalls immer noch funktionsfähige Original werde nur noch zu besonderen Anlassen bewegt – wie der diesjährigen Wurstmarkteröffnung.

Die Zugmaschine wurde 1960 am Bodensee gebaut. Manfred Göbel hat vier Jahre gebraucht, um sie wieder auf Vordermann zu bringen.
Die Zugmaschine wurde 1960 am Bodensee gebaut. Manfred Göbel hat vier Jahre gebraucht, um sie wieder auf Vordermann zu bringen.
Wurstmarkt-Bad Dürkheim-2023

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