Leiningerland RHEINPFALZ Plus Artikel Wenig Resonanz auf Firmenumfrage

Wenn es etwas gibt, das den im Leiningerland befragten Firmen zu schaffen macht, dann ist es die digitale Infrastruktur.
Wenn es etwas gibt, das den im Leiningerland befragten Firmen zu schaffen macht, dann ist es die digitale Infrastruktur.

Nur 33 Reaktionen hat es auf eine im Februar erfolgte Firmenumfrage gegeben. Unklar ist, was daraus folgt.

Hans Scherer (CDU) hatte auf eine rege Teilnahme gehofft. Er und auch Jürgen Esser, Büroleiter der Verbandsgemeindeverwaltung, hatten wissen wollen, wo die zahlreichen kleinen, mittleren und großen Unternehmen rund um Grünstadt der Schuh drückt beziehungsweise, wie die Verwaltung sie unterstützen könnte. Die Aktion sei ausreichend beworben worden, versicherte Scherer am Donnerstag im Tourismus- und Wirtschaftsausschuss der VG. Trotzdem: Der Rücklauf ist mehr als dürftig. Vielleicht liege das daran, dass den mit Umfragen von Verbänden überhäuften Unternehmen das Ziel der Befragung nicht hinreichend erklärt worden sei, mutmaßte ein Ausschussmitglied.

Die 33 Rückmeldungen kamen aus 16 der 21 Ortsgemeinden, und zu einem Großteil aus den Bereichen Landwirtschaft, Weinbau, Handwerk, also aus eher klein zu nennenden Betrieben. So steht es in der Zusammenfassung der Umfrageergebnisse. Aber auch die Veranstaltungsbranche, Unternehmensberatungen und der Handel sind vertreten.

Die Betriebschefs scheinen ziemlich zufrieden mit ihrem Standort zu sein, und nur neun gaben an, Probleme bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden zu haben. Ebenfalls mit Noten von eins bis drei bewerteten die meisten Befragten die für Firmen relevanten Leistungen der Verbandsgemeinde und der Kreisverwaltung Bad Dürkheim – obwohl 14-mal angekreuzt wurde, dass man behördliche Unterstützung zum Beispiel in Genehmigungsfragen begrüßen würde.

Was der Wirtschaft im Leiningerland offenbar Probleme bereitet, ist die digitale Infrastruktur. 20-mal wurde in der Umfrage der Wunsch nach Hilfe durch die Verwaltung genannt, und auch bei anderen Fragen tauchte das Stichwort Glasfaserausbau auf. Und ausgerechnet da kann die Verbandsgemeinde selbst wenig in Gang bringen. Die Ohnmacht und der Ärger der Kommunen beim Breitbandausbau durch die Telekommunikationsunternehmen Deutsche Glasfaser und Inexio waren vielfach Gegenstand der Berichterstattung der RHEINPFALZ. 13 Befragte gaben an, in den letzten Jahren am Betriebsstandort Konflikte mit Nachbarn gehabt zu haben. Dabei ging es offenbar vornehmlich um Lärm oder Geruch und um die Parksituation.

Offen bleibt, wie die schwache Beteiligung an der Umfrage zu interpretieren ist. In der Auswertung der Verwaltung heißt es, das lasse den Rückschluss zu, dass die Mehrzahl der Unternehmen „die Verbandsgemeinde als ,Behörde zur Wirtschaftsförderung’ entweder nicht erkannt hat oder nicht benötigt“.

Die Ergebnisse hätten mittlerweile sowohl die Teilnehmer als auch die Ortsbürgermeister und die Fachbereichsleiter der Verbandsgemeinde bekommen, teilte Beigeordneter Scherer mit. Der Dirmsteiner möchte sich von der Idee, Arbeitgeber in der Region zum Austausch zu bringen, noch nicht verabschieden. Als mögliche Maßnahmen, die aus der Fragebogenaktion folgen könnten, nennt er ein „digitales Unternehmensnetzwerk“, besondere Sprechstunden, die Wiederbelebung der Ausbildungsbörse Leiningerland, gezielte Infos zum Breitbandausbau und weitere Firmenbefragungen. Verwaltungsmitarbeiter sollen für die Interessen von Unternehmen sensibilisiert werden, etwa im Fall von Straßensperrungen oder Umleitungen.

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