Leiningerland RHEINPFALZ Plus Artikel Verwaltung sucht Kontakt mit Unternehmern

Wollen in Kontakt mit Unternehmern treten: Hans Scherer (links) und Jürgen Esser mit dem Fragebogen.
Wollen in Kontakt mit Unternehmern treten: Hans Scherer (links) und Jürgen Esser mit dem Fragebogen.

Die Verbandsgemeinde will ihre Unternehmen besser kennenlernen. Am Donnerstag liegt dem Amtsblatt deshalb ein Fragebogen bei. Unternehmer könnten auch die sein, die bis dato noch nicht wissen, dass sie es sind, sagt Büroleiter Jürgen Esser.

„Es soll ja tatsächlich Menschen in Dirmstein geben, die nicht wissen, dass es in Hettenleidelheim einen guten Dachdecker gebe“, sagt Hans Scherer (CDU), der als Beigeordneter der Verbandsgemeinde Leiningerland unter anderem für die Bereiche Strukturentwicklung und Wirtschaftsförderung zuständig ist. Das ist ein Punkt, den er in den kommenden Jahren gern ändern würde. Ihm ist es wichtig, dass die Verbandsgemeinde Leiningerland auch wirtschaftlich näher zusammenrückt.

Zusammen mit Grünstadt als Mittelzentrum versteht Hans Scherer das Leiningerland als einen „Mikro-Wirtschaftsraum“. Hier gebe es durchaus viele starke Unternehmen, sagt er. Darunter sind einige große und auch überregional bekannte Firmen wie etwa Gechem in Kleinkarlbach oder Dradura in Altleiningen. Der Beigeordnete betont aber, dass es auch unzählige kleinere Betriebe wie Weingüter oder Handwerksfirmen gebe. Damit sich die Verbandsgemeinde einen Überblick darüber verschaffen kann, soll nun ein Fragebogen verteilt werden.

Ein ganzer Katalog mit Fragen für Betriebe

In dem geht es nicht nur darum, zu erfassen, welche Unternehmen überhaupt existieren und wie viele Mitarbeiter sie beschäftigen, sondern es sollen auch darüber hinaus Rückmeldungen eingeholt werden. Themen, die die Verwaltung interessieren, sind etwa die digitale Infrastruktur, die Verkehrsanbindung und die Höhe der Gewerbesteuer. Auch zu möglicherweise vorhandenen Konflikten mit Nachbarn oder zur Zufriedenheit mit der Arbeit der Verwaltung können die Firmen Stellung nehmen – oder Kritik üben, wenn es welche gibt. Weitere Punkte auf dem Fragebogen betreffen die grundsätzliche Situation der Mitarbeiter: Wie und wo wohnen sie? Wie ist das Grundschul- sowie Freizeit- oder Kulturangebot in ihrem Heimatort?

Der Verbandsgemeinde sei bewusst, dass nicht alle abgefragten Punkte in ihre Zuständigkeit fallen, sagt Jürgen Esser, Büroleiter der Verbandsgemeindeverwaltung. Dennoch hofft er darauf, auch bei diesen Themen ehrliche Rückmeldungen von den Firmen zu erhalten. Diese könne man dann weitergeben beziehungsweise sie als Mandat verstehen, um sich für die Belange der Unternehmen beispielsweise beim Kreis einzusetzen.

Umfrage soll nur der erste Schritt sein

Esser versteht die Verwaltung auch als Dienstleister für Unternehmen: „Wir haben eine gesetzliche Aufgabe zu erfüllen.“ Die Wirtschaftsförderung sei als sogenannte Selbstverwaltungsaufgabe auch im Fusionsvertrag festgeschrieben. Sie gehört also ganz klar zu ihrer Arbeit.

Der Fragebogen sei nur der erste Schritt, kündigen Scherer und Esser an. Für die Zukunft könne man sich auch vorstellen, weitere – noch nicht näher benannte – Projekte anzugehen. Eins wolle die VG aber nicht sein: Konkurrenz zu schon bestehenden Strukturen, wie dem regelmäßigen Unternehmerstammtisch der Stadt Grünstadt, bei dem auch Vertreter aus der Verbandsgemeinde willkommen sind. Außerdem gebe es Angebote von der IHK und der Sparkasse Rhein-Haardt, nennt Scherer Beispiele.

Verbandsgemeinde hofft auf rege Teilnahme

Verteilt wird der Fragebogen kommende Woche übers Amtsblatt. Wer ihn auf Papier ausfüllen will, kann das bis zum 6. März tun. Es gib aber auch die Möglichkeit, ihn digital auszufüllen: Wer man den QR-Code auf der Rückseite des Fragebogens scannt, wird zum digitalen Formular weitergeleitet.

Esser und Scherer erhoffen sich einen hohen Rücklauf. Auf eine Zahl wollen sie sich aber nicht festlegen. „Wir haben es in Dirmstein gemacht, da kamen 150 Bögen zurück“, berichtet Scherer, der auch Erster Beigeordneter der Ortsgemeinde ist. Wenn es die Hälfte dieser Zahl wäre, würde er sich schon freuen. „Wenn es weniger sind, haben die Unternehmen ja offensichtlich keine Probleme“, fügt Esser hinzu, betont aber, jeden einzelnen Rücklauf ernstzunehmen.

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