Kreis Bad Duerkheim Vorteil Seither

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Warum sucht die SPD einen Kandidaten?

2013 verlor Heike Mrosek-Handwerk (Grünstadt) den Wahlkreis deutlich gegen den CDU-Dauerbrenner Norbert Schindler, 2009 ebenso klar der Neustadter Wolfgang Ressmann. Schindler geht 2017 in Ruhestand. Die CDU will den Bundestagsabgeordneten Johannes Steiniger (29) nominieren. Die SPD will die CDU mit den gleichen Waffen schlagen und ebenfalls mit einem Nachwuchspolitiker antreten. Warum die vier Basiskonferenzen? Damit erfüllen die Genossen einen Wunsch der Jungsozialisten. Die Jusos hatten bereits bei der Landtagswahl einen parteiinternen Wettbewerb gefordert. Dabei setzte sich in Neustadt die Haßlocherin Giorgina Kazungu-Haß gegen Claus Schick aus Lachen-Speyerdorf durch. Die 38-Jährige verpasste nur knapp das Direktmandat und zog über die Landesliste in das Mainzer Parlament ein. Sie erntete viel Lob für ihren engagierten Wahlkampf. Wer hat sich am besten verkauft? Johannes Seither aus Speyer hat den besten Eindruck hinterlassen. Der 34-jährige Gymnasiallehrer hatte den Vorteil, Unterstützer mitgebracht zu haben, die mit lautem Beifall ihre Sympathie kundtaten. Er betonte seine Wurzeln, Vater und Großvater waren viele Jahrzehnte für die SPD aktiv. Seither ist stark im Sport verwurzelt. Dort habe er vor allem Teamgeist gelernt. Inhaltlich forderte er, dass die SPD „wieder die Partei der sozialen Gerechtigkeit wird“. Seither ist kein schlechter Redner, der vor allem das Instrument der Betonung von Schlüsselwörtern einsetzt. Zudem hat er den Vorteil, dass der Stadtverband Speyer die meisten Delegierten stellt. Was für Chancen hat Paul Barbig, mit 21 Jahren der jüngste Bewerber? Der Grünstadter wird sich mit Seither ein spannendes Rennen liefern. Der Student der Betriebswirtschaftslehre ist rhetorisch ein Naturtalent. Zudem ist er der Bewerber, der inhaltlich am weitesten ging. Barbig will sich dafür einsetzen, den Mindestlohn zu erhöhen und fordert eine Rentenreform, bei der auch Beamte und Selbstständige einzahlen. Er traf mit seinen Worten gut die Stimmungslage der Genossen. Er will einen innovativen Wahlkampf in den sozialen Medien führen. Er gibt sich sehr selbstbewusst und verweist auf seinen Erfolg bei der Kommunalwahl, als er von Listenplatz 23 auf sechs durchstartete und daraus auch die Forderung ableitete, den stellvertretenden Vorsitz der SPD-Stadtratsfraktion im Grünstadter Rat zu übernehmen. Der Landtagsabgeordnete Manfred Geis gilt als sein Förderer. Wie hat sich Isabel Mackensen verkauft? Die Mitarbeiterin der Neustadter Geschäftsstelle der SPD-Pfalz aus Niederkirchen wird es bei der Konkurrenz nicht leicht haben. Die Politikwissenschaftlerin, die am Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium Abitur gemacht hat und in Trier studierte, präsentierte sich anfangs nervös und gab sich zu theoretisch. Mackensen ist allerdings die Bewerberin, die die Arbeit eines Abgeordneten am besten kennt. Unter anderem war sie als Studentin Praktikantin beim damaligen FDP-Landesvorsitzenden Rainer Brüderle. Den Berlin-Betrieb kennt sie aus ihrer Zeit als Büroleiterin von Marcus Held, SPD-Abgeordneter aus Worms. Die 29-Jährige weiß, wie man Wahlkämpfe organisiert. Wenn sie auch inhaltlich mehr preisgibt, kann sie noch aufholen. Hat die SPD die Chance, den Wahlkreis direkt zu gewinnen? Es gibt seit 2002 keinen sozialdemokratischen Vertreter mehr für den Wahlkreis Neustadt-Speyer. Birgit Roth war 1998 bei der Wahl der ersten rot-grünen Regierung über die Landesliste in den Bundestag eingezogen. Neustadt-Speyer war fast immer ein schwarzer Wahlkreis. Bernhard Vogel, Georg Gölter, viermal Theo Magin und gar fünfmal Norbert Schindler holten das Direktmandat für die CDU. Nur einmal triumphierte die SPD: 1972 Peter Büchner im Sog von Willy Brandt, der damals gegen Rainer Barzel auf 45,8 Prozent der Zweitstimmen kam. Da die SPD derzeit in Umfragen bei unter 20 Prozent liegt, ist ein Einzug eines der drei Bewerber über die Liste sehr unwahrscheinlich. Die SPD muss damit rechnen, Mandate zu verlieren und wird versuchen, erst die aktuellen Abgeordneten abzusichern. Termin —Die Basiskonferenz in Bad Dürkheim findet statt am Donnerstag, 16. Juni, um 19 Uhr im Lokal „Lefkada bei Tasso“. —Nominiert wird der Direktkandidat bei der Wahlkreisversammlung am 7. September in Haßloch.

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