Meinung
Raus aus dem Teufelskreis!
Kommunalpolitiker tun sich schwer damit, in ihrer Gemeinde Steuern, Gebühren und Beiträge zu verlangen oder zu erhöhen. Denn das kommt erstens nicht gut an bei den Bürgern und wirkt sich zweitens ja auch auf den eigenen Geldbeutel aus. Und so hat sich der Großkarlbacher Gemeinderat trotz chronisch leerer Kasse und hoher Schulden lange gegen eine Anpassung von Grund- und Gewerbesteuer gewehrt – bis er nun von der Kommunalaufsicht dazu gezwungen wurde. Ein Skandal, wie der empörte Bürgermeister und einige Ratsmitglieder glauben machen wollen, ist das aber nicht.
Statt nur auf Kreis und Land zu schimpfen, könnten sich die Bürgervertreter auch mal fragen, was sie in den vergangenen Jahren hätten tun können, um diese Situation zu vermeiden. Zum Beispiel die Sanierung des seit 2014 kaputten Eckbachgewölbes zu forcieren, bevor die Bau- und Materialpreise davongaloppieren. Oder, wie andernorts schon längst geschehen, die Straßenbeleuchtung umzurüsten. Und wenn man partout kein Windrad haben möchte, hätte man wenigstens die 2020 groß angekündigte Alternative in Angriff nehmen können: Fotovoltaik auf dem Bürgerhausdach. Klar kostet das erst einmal Geld. Aber sinnvolle Investitionen hinauszuzögern, macht am Ende alles nur schlimmer, wie man in Großkarlbach jetzt sehen kann. Es ist höchste Zeit, dass der Gemeinderat diesem Teufelskreis entkommt.
