Gerolsheim
Radwege an K24: Bürger fordern Baubeginn
Mehr als ein Jahr nach Fertigstellung des Geh- und Radwegs, der von der L520 runter nach Lambsheim führt, fehlt auf Gerolsheimer Gemarkung immer noch der Teil des Bauprojekts, der einen Zugang zur Querungshilfe ermöglicht. Ohne dieses Teil sind die beiden Radwege an der L520 und an der K24 nicht verbunden, und eine sichere Überquerung der Landesstraße ist nicht möglich. Genau gesagt ist die Lösung des Problems seit fast zwei Jahren überfällig, denn der Umbau der Kreuzung als erster Bauabschnitt des Radwegprojekts wurde schon im Dezember 2021 abgeschlossen.
Gefährliche Situation
Im Moment ist die Situation so, dass Fußgänger und Radfahrer, wenn sie Gerolsheim auf dem tiefer liegenden Wirtschaftsweg Richtung Heßheim verlassen, eine Grasböschung hochlaufen müssten, um an den Fahrbahnteiler auf der Hauptstraße (L520) zu kommen. Beziehungsweise umgekehrt: Wer vom neuen K24-Radweg kommend an der neu gebauten Querungsstelle auf den Wirtschaftsweg gegenüber will, müsste die Böschung runterkraxeln. Weil das nicht Sinn der Sache ist, hat die Straßenverkehrsbehörde die Querungsstelle gesperrt. Das wiederum bedeutet: Die Radler und Läufer flitzen beim Spargel- und Weingut Müller, also ausgerechnet an der Kreuzung, über die Landstraße, auf der Autos mit Tempo 70 und oft auch mehr fahren. Ziel ist es daher, den Wirtschaftsweg anzuheben, dass man von dort gut an den Fahrbahnteiler kommt.
Noch keinen Schritt weiter
Der Gerolsheimer Klaus Wahl, der die RHEINPFALZ vor einem Jahr auf den Missstand aufmerksam gemacht hat, kann nicht verstehen, wieso die Ortsgemeinde immer noch keinen Schritt weiter ist. Diese ist wie berichtet zuständig für die nachträgliche Baumaßnahme. Im Dezember 2022 ging es zwischen Gemeinde, Verbandsgemeinde und Landesbetrieb Mobilität (LBM) hin und her in der Frage, wer den fehlenden Radweganschluss zu verantworten habe.
Ortsbürgermeister Erich Weyer (FWG) ärgert das immer noch sehr. Der eine schiebe die Schuld dem anderen zu, das sei ein sinnloses Pingpongspiel, sagt er. Er will nach vorn blicken und das leidige Thema endlich vom Tisch haben, kann aber den Fortgang des Antragsprozederes nicht beschleunigen. Er vermutet, dass Personalmangel der Grund für die lange Wartezeit ist.
Dennis Zimmermann, Bauabteilungsleiter der Verbandsgemeinde Leiningerland, kann auf Anfrage seine Auskunft von Anfang September nur wiederholen: dass die Planung stehe und dass ein Zuschuss aus dem Wirtschaftswege-Förderprogramm wie auch der vorzeitige Baubeginn beantragt seien. Die Anträge seien aber bislang weder bewilligt noch abgelehnt worden, so Zimmermann. Nachfragen der Verwaltung haben ihm zufolge keine zeitliche Perspektive ergeben. In Abstimmung mit der Ortsgemeinde Gerolsheim werde man den Antrag auf den vorzeitigen Beginn der Maßnahme fristgerecht erneut einreichen, so Zimmermann.
Bürger werden initiativ
Noch länger, nämlich seit mehr als zehn Jahren, warten Ortschef Weyer und die Gerolsheimer auf eine lückenlose Geh- und Radwegverbindung nach Dirmstein. Denn am dortigen Gewerbegebiet Rottgasse ist an der Kurve Schluss für Gerolsheimer Fußgänger und Radfahrer, die beispielsweise zum Dirmsteiner Edeka-Markt wollen. Sie müssen das letzte Stück auf oder an der nicht gerade wenig befahrenen Kreisstraße 24 zurücklegen. Oder einen großen Umweg in Kauf nehmen. „Ich kenne zwei Gerolsheimer, die sich regelmäßig mit Rollatoren auf den Weg zum Edeka machen“, sagt Gemeinderatsmitglied Simone Ulrich (FWG). Für die beiden sei die K24 der direkte Weg, der Umweg sei mit den Gehhilfen nicht zu bewältigen. Entsprechend gefährdet seien diese Fußgänger. Aber auch für radfahrende Schulkinder sei das Fehlen eines Wegs eine Gefahr.
Ulrich, die auch Sprecherin der Initiative Gerolsheim bewegt sich ist, hat deshalb eine Unterschriftenaktion mit auf den Weg gebracht. In Zusammenarbeit mit dem neuen Verein Initiative Dirmstein. Mehr als 1100 Bürger hätten auf den Listen bereits unterschrieben, berichtet Ulrich, bei Edeka lägen noch welche aus für alle, die sich dem Anliegen noch anschließen wollen. „Damit möchten wir den Bedarf deutlich machen.“ Wann und an wen die Listen übergeben werden, ist noch unklar.
Laura Estelmann, die Pressereferentin des Landkreises Bad Dürkheim, kann zwar keinen Termin für den Baubeginn in Aussicht stellen, hat aber dennoch ein paar Informationen zu dem Projekt, mit dessen Planung der LBM Speyer im Februar 2020 beauftragt wurde. Nach der Bestandsvermessung und einer Vorplanung mit Variantenuntersuchung stünden jetzt die Entwurfs-, die Genehmigungs- und die Ausführungsplanung an. Vorgesehen ist ihr zufolge ein 350 Meter langer und 2,50 Meter breiter Weg von der Ludwig-Erhard-Straße in Dirmstein entlang der K24 bis zur Brücke über den Eckbach.
„Um die Planungsdauer möglichst kurz zu halten, strebt der LBM die Erlangung des Baurechts über ein vereinfachtes Verfahren, ein sogenanntes Abstimmungsverfahren an“, berichtet Estelmann. Die Voraussetzung dafür sei aber, dass die erforderlichen Genehmigungen, insbesondere die wasserrechtliche und die naturschutzfachliche, im Vorfeld erteilt würden und dass „der erforderliche Grunderwerb im Einvernehmen mit den Grundstückseigentümern erfolgen kann“.