Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Petition: Ganztagsschule soll flexibler werden

Das Modell der Ganztagsschule sei zu starr, findet die CDU im Verbandsgemeinderat.
Das Modell der Ganztagsschule sei zu starr, findet die CDU im Verbandsgemeinderat.

Flexible Ganztagsschulen, damit Eltern ihre Kinder nicht an vier Nachmittagen in der Woche in der Schule lassen müssen: Das fordert der Verbandsgemeinderat Wachenheim in einer am Montag mehrheitlich verabschiedeten Petition an die Landesregierung.

Vorgelegt hatte diese Petition die CDU-Fraktion, acht Ratsmitglieder von SPD und Grünen stimmten dagegen. Die Ganztagsschulen seien zu starr, argumentierten CDU-Fraktionschef Stefan Heiser, Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) und Marcus Scholz (CDU). Kinder, die eine Ganztagsschule besuchen, müssen von Montag bis Donnerstag an Nachmittagen in der Schule bleiben. Das sei „ein großer Geburtsfehler der Ganztagsschule in Rheinland-Pfalz“, denn so werde Flexibilität nicht ermöglicht, sagte Scholz. Flexibilität sei aber der Wunsch vieler Eltern, die möchten, dass ihr Kind nur an zwei oder drei Nachmittagen pro Woche in der Schule ist.

Als Beleg für diesen Wunsch führten Heiser und Scholz die große Nachfrage nach Hortplätzen und bei der betreuenden Grundschule an. Bei diesen Einrichtungen können Eltern die Anzahl der Betreuungstage wählen. Ein „Webfehler“ sei die Finanzierung, sagte Bechtel. Die Kosten für Ganztagsschulplätze trägt das Land, die Kosten für betreuende Grundschulen dagegen die Gemeinden.

„Ein Wunschprogramm funktioniert nicht“

Durch Flexibilität werde das System Ganztagsschule „aufgeweicht“, kritisierte SPD-Fraktionschef Hans-Jürgen Häfner. Scholz forderte die SPD auf, „den Wünschen der Familien gerecht zu werden und nicht falsche Nibelungentreue zur Landesregierung“ zu praktizieren. „Ein Wunschprogramm funktioniert nicht“, fand Peter Fleischer (FWG). Flexibilität sei sinnvoll und führe nicht automatisch zu Chaos, widersprach Andreas Berger (FDP). Als Vater von drei Kindern wisse er, dass für Eltern Flexibilität wichtig sei, so Christopher André (FWG). Es sei Aufgabe der Politiker, diesen Elternwillen zu unterstützen, erklärte FWG-Fraktionschefin Heike Ditrich. Obwohl sie grundsätzlich der Meinung sei, dass Bildungsarbeit mit zu viel Flexibilität nicht funktioniere.

Die Petition betreffe Landespolitik, die nicht Sache des Verbandsgemeinderats sei, mit dieser Argumentation sei eine Resolution der Grünen zu einem anderen Thema abgelehnt worden, begründete Grünen-Sprecher Andreas Repp die Ablehnung seiner Fraktion. Es gehe darum, ein Zeichen gegenüber dem Land zu setzen, konterte Heiser.

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