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Partnerstädte endlich wieder zu Besuch auf Wurstmarkt-Eröffnung
Für die Delegationen der Partnerstädte war das Treffen mit Freunden und die Eröffnung des Wurstmarktes eine gute Gelegenheit, wieder ein Stück Normalität und Unbeschwertheit genießen zu können.
Jaroslaw Kielar, der seit 20 Jahren Bürgermeister in Kluczbork in Polen ist, ist bereits zum zehnten Mal dabei. Er genieße die Stimmung auf dem Wurstmarkt und komme immer mit großer Freude nach Bad Dürkheim, obwohl die Lage im Osten Europas alles andere als entspannt sei. Aufgrund der Nähe zur Ukraine habe seine Stadt schon am ersten Tag nach Ausbruch des Krieges zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen. Mit den ukrainischen Arbeitskräften, die schon vorher in Kluczbork waren, beherberge die Heimatstadt etwa 1300 Ukrainer. „Ich bedanke mich recht herzlich dafür, dass Bad Dürkheim Hilfslieferungen für unsere Partnerstadt in der Ukraine auf den Weg gebracht hat“, sagt Kielar.
Appell: Zusammenhalt wichtiger denn je
Bürgermeister Christoph Glogger (SPD) blickt auf zwei „wunderbare Tage zurück“ und hebt besonders die Freundschaften zwischen den Partnerstädten hervor. Die Aufgabe, dass ehemals verfeindete Nationen nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zusammenwachsen, sei sehr gut gemeistert worden. „Trotzdem erleben wir gerade in diesen Tagen und Wochen, dass wir eine ganze Reihe von Krisen haben, die die Staaten herausfordern“, sagt Glogger. Er habe die Hoffnung, dass die Probleme gemeinsam gelöst werden können. Deshalb seien Städtepartnerschaften und die Zusammenarbeit in Europa wichtiger denn je.
Allgäuer-Anteil am Wurstmarkt
Dawn Payne aus dem englischen Wells vertritt mit ihrem Ehemann David den Bürgermeister Stewart Cursley, der aufgrund des Todes der englischen Königin Elisabeth II. nicht abkömmlich war. „Ich bin zum vierten Mal hier. Und es ist spektakulär, wie immer“, erklärt die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins in Wells. So etwas wie den Wurstmarkt habe sie in England noch nicht gesehen. „Es ist ein Privileg und eine Ehre, hier sein zu dürfen“.
Oberbürgermeister Thomas Kiechle aus Kempten im Allgäu war schon mehrfach in Bad Dürkheim und freut sich, dass es nach zwei Jahren Pause wieder eine Belebung der partnerschaftlichen Beziehungen gebe. „Uns Kemptner verbindet eine über 70-Jährige Freundschaft mit Bad Dürkheim. Im Allgäu gab es damals die Pfalz-Freunde und bereits 1951 brachten die Allgäuer Käse und Bier auf den Wurstmarkt und die Pfalz den Wein ins Allgäu“, sagt Kiechle, der die weiterhin bestehende Tradition in Form der Gastgeschenke schätzt.
Begeistert von Wurstmarkt-Dimension
Für den Franzosen Yves Labaune aus Paray-le-Monial war der Besuch in der Kurstadt eine Premiere. „Es ist sehr erfreulich, dass man nach den Jahren der Pandemie wieder den gemeinsamen Kontakt aufnehmen und pflegen kann“, sagt Labaune. Er habe auch Kondition in Bezug auf das Leeren der Dubbegläser bewiesen, fügt er lachend hinzu.
Udo Nauber aus Bad Berka der den erkrankten Bürgermeister Michael Jahn vertritt, spricht „von einer ganz tollen Erfahrung das erste Mal dabei sein zu dürfen“. Bei einer Runde im Riesenrad habe er sich ein Bild von den großen Dimensionen des Wurstmarktes machen können. „Das ist schon eine außergewöhnliche Stimmung hier, man merkt den Leuten die Freude an, dass sie wieder feiern dürfen.“
Die nationalen und internationalen Gäste konnten bei der Fest-Eröffnung am Freitag das Lebensgefühl „Dürkheimer Wurstmarkt“ hautnah miterleben und das Platzkonzert auf dem Ludwigsplatz, den Festumzug der Wurstmarktbeschicker und das Eröffnungsspiel mit Fassanstich genießen. Am Samstag stand eine Omnibusfahrt nach Ungstein auf dem Plan. Dort konnten sich die Gäste über Hochwasserschutz, Gewässerausbau und Bachauenentwicklung informieren.



