Dirmstein Nach Hallenbrand: Bürgermeister gibt Tipps für betroffene Anwohner

So oder so ähnlich hat vor dem Brand am Freitag das Eternitdach der ehemaligen Dirmsteiner Tennishalle ausgesehen. Die Verbandsg
So oder so ähnlich hat vor dem Brand am Freitag das Eternitdach der ehemaligen Dirmsteiner Tennishalle ausgesehen. Die Verbandsgemeinde geht davon aus, dass der Baustoff Asbest enthielt.

Nach dem Großbrand am Freitag in Dirmstein bemüht sich die Verbandsgemeinde Leiningerland, die möglicherweise betroffenen Bürger über das weitere Vorgehen zu informieren und Hilfe anzubieten. Dabei geht es um die Sorge, von herumliegendem Brandmaterial könnte eine Asbestgefahr ausgehen.

Am frühen Freitagmorgen ist aus noch ungeklärter Ursache am Dirmsteiner Ortsrand im Bereich Gerolsheimer Straße die ehemalige Tennishalle abgebrannt. Sie wurde von einem ortsansässigen Getränkehändler als Lager und Garage für den Fuhrpark genutzt. Bis zum Abend war die Feuerwehr damit beschäftigt, den Brand zu löschen und das Grundstück zu sichern. Während in dieser Woche die Kriminalpolizei ermitteln wird, wie es zu dem Brand kommen konnte, beschäftigt sich die Verwaltung der VG Leiningerland mit der Beseitigung der Folgen des Vorfalls. Denn sie geht davon aus, dass beim Brand des Dachs, das mit Eternitplatten aus den 80er-Jahren gedeckt war, Asbestfasern freigesetzt wurden. Nachgewiesen sei das aber noch nicht, sagt VG-Bürgermeister Frank Rüttger (CDU).

Die sehr feinen Fasern von Asbest können durch Einatmen in die Lunge gelangen und zu Krebserkrankungen führen. Dabei sei Asbest nicht akut toxisch, sondern führe durch Anreicherung zu Langzeitschäden, heißt es in einer Handreichung, die der Landkreis Heinsberg verfasst hat und die von der VG veröffentlicht wurde.

„Keine akute Gesundheitsgefährdung“

Rüttger geht nach wie vor davon aus, dass es während des Brands und danach keine akute Gesundheitsgefährdung gab. Er stützt sich dabei auf Aussagen des Gesundheitsamts und eines Sachverständigen. „Auch die Messungen der Brand- und Rauchgase ergaben keine Gefährdung“, so Rüttger. Zudem sei eine Gefahr durch die Umgebungsluft auszuschließen. Nur wo noch Brandmaterialien lägen, sollten Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, um eine Freisetzung von Fasern zu vermeiden.

Die Verwaltung hat nach eigenen Angaben den Bewohnern des Baugebiets „In den Nachtgärten“ und der Lokalbahnstraße am Samstag Informationen in die Briefkästen geworfen, Rüttger selbst sei erneut vor Ort gewesen und habe mit Anwohnern gesprochen. Ihm zufolge sind die Schäden, die durch das Feuer entstanden sind, ein Fall für die Brandversicherung des Halleneigentümers. Dieser habe der Verwaltung mitgeteilt, dass am Dienstag, 10. Oktober, im Auftrag der Versicherung ein Sachverständiger nach Dirmstein komme. „Er wird sich aber nur das Brandobjekt ansehen, eine Begutachtung auch der Nachbargrundstücke, auf denen Brandmaterial liegt, wurde ausgeschlossen“, so Rüttger.

Verwaltung bestellt Fachmann ein

Der Bürgermeister weiß, dass einige Betroffene bereits ihre eigene Gebäudeversicherung kontaktiert haben. Das sei zu empfehlen. Er meint, dass im Schadensfall diese zuständig sei und sich die Kosten vom Hallenversicherer erstatten lasse. Dennoch: Die Verwaltung will selbst tätig werden und hat einen Fachmann eingeschaltet, der am Dienstag ab 9 Uhr das Umfeld des Brandorts begutachtet, anfangend bei den unmittelbaren Anwohnern. Diese Information sei bereits in der Whatsapp-Gruppe der Nachbarn geteilt worden, berichtet Rüttger. Er bittet um eine Rückmeldung per E-Mail an info@vg-l.de, denn die Verwaltungsmitarbeiter und der Sachverständige wollen wissen, wer an dem Tag zu welcher Zeit zu Hause ist. Auch Bürger, die verbranntes Material in der Umwelt melden wollen, können an die E-Mail-Adresse schreiben.

Für den Fall, dass Dirmsteiner Fetzen und Bruchstücke entgegen der Empfehlung selbst entsorgen wollen, wird ihnen geraten, dabei einen Einweg-Overall sowie Handschuhe und Mundschutz zu tragen sowie die Teile luftdicht zu verpacken und vorher zu fotografieren. Die Verwaltung will alles möglichst umfassend dokumentieren und rät deshalb auch eher dazu, alles liegen zu lassen und mit Folie abzudecken. Eine Entsorgung über den Restmüll sei nicht zulässig, eventuell werde eine zentrale Sammlung von Brandschuttteilen stattfinden. Wenn der Sachverständige seine Begehung am Dienstag abgeschlossen hat, will die Verbandsgemeinde weitere Informationen und Hinweise veröffentlichen.

Am besten alles dokumentieren

„Alle mit der Beseitigung von Brandmaterialien zusammenhängenden Arbeiten und Kosten sind zu dokumentieren, bis hin zur Reinigung von Fahrzeugen in der Waschanlage“, heißt es in dem Brief der Verbandsgemeinde an die Anwohner des betroffenen Ortsbereichs. Nach wie vor empfiehlt der Bürgermeister, frisch geerntetes Obst und Gemüse vor dem Verzehr abzuwaschen und sich die Hände zu waschen, wenn Gegenstände im Freien angefasst wurden. „Reinigen Sie Ihre Schuhe vor dem Betreten von Innenräumen, um keine Fasern einzuschleppen.“

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