Lambrecht RHEINPFALZ Plus Artikel Mobile Luftreinigungsgeräte umstritten

Ein mobiles Luftreinigungsgerät.
Ein mobiles Luftreinigungsgerät.

Sollen für die Grundschulen der Verbandsgemeinde Lambrecht mobile Lüftungsgeräte gekauft werden? Im Schulträgerausschuss der Verbandsgemeinde Lambrecht gehen die Meinungen auseinander. Gegen die Geräte haben sich unter anderem etliche Schulleiter ausgesprochen.

„Ich weiß nicht, was das Richtige ist. Blinder Aktionismus bringt nichts“, sagte Verbandsbürgermeister Gernot Kuhn (CDU) im Schulträgerausschuss. Der Haupt- und Finanzausschuss habe sich gegen die Anschaffung von mobilen Lüftungsgeräten ausgesprochen. Es sei jedoch gewünscht worden, dass der Schulträgerausschuss seine Meinung zu dem Thema äußert. „Viele Verbandsgemeinden haben mobile Lüftungsgeräte gekauft, andere sagen, sie bringen nichts“, so Kuhn. Er berichtete, dass die Verwaltung sich einen Selbstbausatz für Geräte zum Luftaustausch angeschaut habe. Dieser entspreche jedoch nicht den gesetzlichen Vorgaben.

Durch Förderprogramme von Bund und Land wird sowohl die Anschaffung stationärer wie die mobiler Lüftungsanlagen bezuschusst. Die Verbandsgemeinde wolle sich um die Förderung für stationäre Lüftungsanlagen bewerben, erklärten Kuhn und Sybille Höchel, die für Schulen zuständige Erste Beigeordnete (CDU). Es sei aber noch kein Antrag gestellt worden. Möglich ist das noch bis Ende des Jahres. Klar sei, dass die stationären Anlagen frühestens im Winter 2022 genutzt werden können, so Höchel.

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Den ganzen Vormittag über im Durchzug

Da brauche man keine Lüftungsgeräte mehr, entgegnete Elternvertreter Markus Bialas. Es müsse jetzt etwas getan werden. „Es ist inakzeptabel, dass es keine kurzfristige Lösung gibt“, sagte auch Elternvertreterin Nina Winter. Schon seit dem vergangenen Winter sei bekannt, dass in der Pandemie die Lüftung von Schulsälen wichtig ist, „und trotzdem wurde nichts getan“. Man könne den Eltern und Kindern nicht noch einmal einen Zustand wie im vergangenen Winter zumuten. Winter berichtete, dass die Kinder in manchen Räumen fast den ganzen Vormittag im Durchzug sitzen. „Alle Eltern wollen, dass etwas getan wird“, betonte Winter.

Gegen die Anschaffung von stationären Lüftungsgeräten für das kommende Schuljahr sprach sich nur Bialas aus. Der Weidenthaler Schulleiter Thomas Fritz plädierte für dezentrale, stationäre Lüftungsanlagen. Diese seien „sinnvoll und geräuscharm“. Einige Ausschuss-Mitglieder sind der Meinung, dass für diesen Winter mobile Lüftungsgeräte gekauft werden sollen. Andere wiederum halten Lüften entsprechend der vom Ministerium vorgegebenen Regeln und CO2-Ampeln für ausreichend.

Hoffmann: Lüftungsgeräte sind laut

Sybille Höchel positionierte sich eindeutig: „Mobile Lüftungsgeräte haben keinen Nutzen“, sagte sie. Es müsse trotzdem gelüftet werden, der Kauf der Geräte würde den Haushalt der Verbandsgemeinde belasten und im nächsten Winter brauche man die Geräte nicht mehr. Elternvertreter Antonio Hoffmann sagte, mobile Lüftungsgeräte seien laut und sorgten nicht für Frischluft. Er sprach sich dafür aus, dass eine Fachfirma ein Konzept erstellt. Schulleiter Fritz sieht es ähnlich und auch die Neidenfelser Schulleiterin Heidi Monath sprach sich gegen mobile Lüftungsgeräte aus.

Bialas hielt dagegen. Es gebe mobile Lüftungsgeräte, die leise seien und nicht groß, so dass sie in jedem Klassenzimmer mit ausreichend Abstand zu den Schülern angebracht werden könnten. Nach Angaben von Alexander Held, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste der Verbandsgemeindeverwaltung, bringen diese Geräte jedoch nicht genug Leistung.

Jens Fadenholz (SPD) dagegen plädierte für die Anschaffung mobiler Lüftungsgeräte. Es sei wichtig, dass möglichst schnell etwas getan werde. Fadenholz verwies darauf, dass man die Geräte in anderen öffentlichen Einrichtungen nutzen könne, wenn sie in den Schulen nicht mehr benötigt werden. Zudem gebe es die Möglichkeit, die Geräte zu leasen.

Ortrud Rey (CDU), die Lambrechter Schulleiterin Anke Huber und Bialas verwiesen außerdem darauf, dass es nicht in allen Schulräumen möglich sei, richtig zu lüften. Zumindest für diese Räume sollten mobile Lüftungsgeräte gekauft werden, so Huber und Bialas.

Das Thema soll nun nochmals im Verbandsgemeinderat besprochen werden.

Eine CO2-Ampel hilft dabei, richtig zu lüften.
Eine CO2-Ampel hilft dabei, richtig zu lüften.
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