Stichwort RHEINPFALZ Plus Artikel Lithium: Schätze im Boden des Oberrheingrabens

Lithium kommt nicht nur in salzhaltigen Gewässern vor, sondern auch in Erzgestein.
Lithium kommt nicht nur in salzhaltigen Gewässern vor, sondern auch in Erzgestein.

Lithium ist ein Leichtmetall, das in salzhaltigen Gewässern und in Erzgestein vorhanden ist. Das silbrig-grau-weiße Lithium wurde erstmals Anfang des 19. Jahrhunderts in Schweden entdeckt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts kann aus Lithiumchlorid reines Lithium hergestellt werden. Geringe Mengen Lithium sind unter anderem auch in Fleisch, Fisch, Eiern, Milch und Mineralwasser enthalten.

Lange Zeit wurde Lithium vor allem bei der Herstellung von Glas und Schmiermitteln sowie für keramische Industrieprodukte verwendet. Anfang der 1950er-Jahre stellten Wissenschaftler in den USA fest, das sich aus Lithium Tritium gewinnen lässt, das für die Herstellung von Wasserstoffbomben benötigt wird.

Zum „weißen Gold“ avancierte Lithium mit der Erfindung der Lithium-Ionen-Batterien. Diese werden in digitalen Endgeräten und in Elektrofahrzeugen verwendet, zunehmend aber auch in vielen anderen Bereichen. Für die Batterie eines Elektroautos werden etwa zehn Kilogramm Lithium benötigt. Die Nachfrage nach Lithium ist sprunghaft angestiegen und damit auch die Menge, die gefördert wird.

Die größten Lithium-Vorkommen befinden sich in Bolivien, Chile und Australien, daneben auch in Argentinien, China und den USA. In Australien wird Lithium vor allem im Bergbau aus Gesteinen gewonnen, in den anderen Ländern meist aus Salzseen und dem Grundwasser.

Der Abbau von Lithium steht in der Kritik, denn vor allem in Bolivien, Chile und Argentinien ist damit meist die Zerstörung der Natur verbunden. Der Grundwasserspiegel sinkt, die Erde wird massiv zerpflügt, und die natürlichen Barrieren zwischen Salz- und Süßwasser werden zerstört, so dass das Süßwasser für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht mehr nutzbar ist. So wird durch den Abbau von Lithium häufig die Lebensgrundlage der Bevölkerung zerstört.

Aufgrund der immer größer werdenden Nachfrage nach Lithium wird verstärkt versucht, vorhandene Vorkommen in Europa zu nutzen. In Deutschland ist Lithium vor allem im Oberrheingraben und im Erzgebirge vorhanden. Hier wie auch in anderen europäischen Ländern, versuchen mehrere Firmen bei der Lithiumgewinnung vorne mit dabei zu sein.

In geringen Mengen wird Lithium bei der Behandlung von manisch-depressiven Psychosen und Affektstörungen eingesetzt. Lithium entzündet sich schon bei relativ niedrigen Temperaturen und wird sehr heiß. Wenn Lithium mit der Haut in Kontakt kommt, entstehen Verätzungen und Verbrennungen.

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